Gerbstoffe in Heilpflanzen: Für mehr Widerstandsfähigkeit

Die Gerbstoffe in manchen Heilpflanzen sorgen für mehr Festigkeit und Widerstandsfähigkeit und entziehen Bakterien den Nährboden.


Gerbstoffe kennen und verwenden Menschen schon viele Jahrhunderte bei der Herstellung von Leder. Diese Pflanzenstoffe haben eine stark bindende und zusammenziehende Wirkung auf die Schleimhäute und Eiweißstoffe der Haut, sodass sie widerstandsfähig und “ledrig” wird. Diesen Vorgang abgezogene Tierhaut in Leder umzuwandeln kennt man daher auch unter dem Begriff Gerben. In manchen Pflanzen, beispielsweise der Eiche und Heidelbeere, sind Gerbstoffe die Hauptwirkstoffe. In anderen sind sie dagegen lediglich ewünschte Nebenwirkstoffe und in wieder anderen sind sie eher lästig, da sie manchmal den Magen reizen.

Vorkommen
Vegetabile Gerbstoffe kommen nur in Pflanzen vor. Es gibt aber auch mineralische Gerbstoffe, sowie synthetische. Weintrauben enthalten beispielsweise viele Gerbstoffe, die Tannine in den Stielen und Beerenhäuten, die bei der Weinherstellung für eine gute Lagerfähigkeit des Weines, besonders des Rotweines, sorgen. Hier trägt der Gerbstoff also erheblich zur Qualität bei.
Wenn man aus sehr gerbstoffhaltigen PflanzenTee machen möchte, der nicht zu bitter werden soll, kann man den Tee kalt zubereiten. Gerbstoffe sind nämlich gut in heißem Wasser löslich. In Alkohol gelöst, sind sie jedoch viel stabiler.

Wirkung auf den Körper
Wenn Gerbstoffe mit der Haut in Berührung kommen, reagieren sie mit den Kollagenfasern und bilden eine feste Verbindung des Hauteiweißes und der Gerbstoffe. Dadurch ist die oberste Gewebeschicht fester und wirkt wie eine Art Schutzschicht. Diese Schicht hat die Eigenschaften, dass sie Reize abmildert, Entzündungen hemmt, Haut und Wunden austrocknet und die Verbreitung von Keimen hemmt. Weiterhin wirkt es sich lokal aufgetragen auf die Blutkapillaren, die kleinsten Blutgefäße des Körpers, und auf verschiedene Drüsen aus, indem es sie abdichtet. Dies ist beispielsweise bei den Schweißdrüsen von Vorteil, da die Schweißabsonderung gehemmt werden kann. Nimmt man Gerbstoffe oral auf, können sie auch in tieferen Darmregionen ihre Wirkung entfalten. Dazu sind Tees gut geeignet.

Anwendungsbereiche
Man kann Gerbstoffe aufgrund ihrer Wirkung sehr gut einsetzen, um die Entzündungen bei der Heilung zu unterstützen. Bei entzündetem Zahnfleisch hilft beispielsweise eine Mundspülung mit Gerbstoffen. Für Wunden kann man Wundumschläge mit diesem Heilstoff verwenden. Bei Angina und Durchfall sind Tees mit einem hohen Gerbstoffgehalt zu empfehlen. Man kann aber auch Ganzkörperbäder durchführen, um sich Linderung zum Beispiel bei Frostbeulen, Hämorrhoiden und Entzündungen zu verschaffen und Heilprozess zu unterstützen. Bei der Anwendung von Tees mit Gerbstoffen, muss aber bei einigen Heilpflanzen aufpassen. So enthalten beispielsweise Eichenrinde und Bärentraubenblätter so viele Gerbstoffe, dass diese magenreizend wirken können. Bei der Verwendung dieser Pflanzen, sollte man kalte Tees herstellen, da auf diese Weise weniger Gerbstoffe aus der Pflanze in das Wasser gezogen werden.