Gesamtkapitalrentabilität berechnen: So geht’s

Die Gesamtkapitalrentabilität zeigt einem Unternehmen die prozentuale Steigerung des Eigenkapitals sowie die Verzinsung des Fremdkapitals im Laufe einer Wirtschaftsperiode auf.


Die Gesamtkapitalrentabilität hat somit eine unterstützende Funktion bei der Entscheidungsfindung, ob es sich für bestimmte Investitionen und damit für das Unternehmen rechnen könnte, zusätzliches Fremdkapital aufzunehmen.

Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität
Zur Berechnung der Gesamtkapitalrentabilität wird das Gesamtkapital in Beziehung zu dem bereinigtem Jahresgewinn sowie den Fremdkapitalzinsen gesetzt:

(Bereinigter Jahresgewinn + Fremdkapitalzinsen) x 100
Gesamtkapitalrentabilität =----------------------------------------------------
Gesamtkapital

Zunächst muss jedoch der ermittelte Jahresgewinn bereinigt werden. Dazu sind außerordentliche Aufwendungen und Erträge aufgrund ihres Einmaligkeitscharakters herauszurechnen. Außerordentliche Aufwendungen sind dabei dem Jahresgewinn hinzu zu zählen, außerordentliche Erträge sind zu subtrahieren. Handelt es sich bei dem Unternehmen um eine Personengesellschaft oder ein Einzelunternehmen, so ist dem Jahresgewinn zusätzlich der Unternehmerlohn der mitarbeitenden Inhaber abzuziehen, um eine Vergleichbarkeit mit einer Kapitalgesellschaft herstellen zu können. Diese verbuchen die Gehälter der geschäftsführenden Gesellschafter als Aufwand. Das Gesamtkapital im Nenner der Formel, bildet sich aus dem Mittelwert, des am Anfang und Ende einer Wirtschaftsperiode eingesetzten Eigen- und Fremdkapitals.

Die Hebelwirkung zusätzlichen Fremdkapitals, zur Steigerung der der Eigenkapitalrendite
Zusätzliches Fremdkapital kann die Eigenkapitalrendite steigern, sofern die zu zahlenden Fremdkapitalzinsen die Gesamtkapitalrentabilität nicht übersteigen. Angenommen, ein Unternehmen weist 1.000.000 Euro Gesamtkapital auf, bestehend aus 600.000 Euro Eigen- und 400.000 Euro Fremdkapital. Der unterstellte Fremdkapitalzinssatz soll 8 Prozent betragen, während eine Gesamtkapitalrentabilität von 12 Prozent unterstellt wird. Zunächst wird die gegebene Verzinsung des Eigenkapitals berechnet. Daraus ergibt sich ein Ertrag des Gesamtkapitals in Höhe von 120.000 Euro und eine Zinslast für das Fremdkapital, in Höhe von 32.000 Euro. Zieht man nun die Zinsen von dem berechneten Ertrag, den 120.000 Euro ab, erhält man einen Ertrag des Eigenkapitals in Höhe von 88.000 Euro, welcher in das Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt wird. Das Ergebnis ist eine Eigenkapitalrentabilität in Höhe von 14,7 Prozent. Um nun zu sehen, wie sich, bei konstant bleibender Gesamtkapitalrentabilität, 200.000 € zusätzliches Fremdkapital auf die Eigenkapitalrentabilität auswirken, ist zunächst wieder die Verzinsung des neuen Gesamtkapitals zu errechnen. Dies sind 144.000 Euro (12 Prozent von 1.200.000 Euro). Die von den 144.000 Euro abzuziehenden Zinsen für das Fremdkapital liegen nun bei 48.000 Euro (8 Prozent von 600.000 Euro). Als Ergebnis erhält man einen Ertrag des Eigenkapitals in Höhe von 96.000 Euro. Setzt man diesen Betrag in ein Verhältnis zum Eigenkapital, lässt sich erkennen, dass sich das Eigenkapital nunmehr mit 16 Prozent verzinst. Es konnte eine Steigerung der Eigenkapitalrendite durch zusätzliches Fremdkapital erreicht werden.