Geschichte der Herzinfarktforschung

Ab dem 19. Jahrhundert ergab die Herzinfarktforschung, dass ein Herzinfarkt durch Gerinsel in den Blutgefäßen verursacht wird. Seitdem hat sich die Behandlung der Herzkrankheit stetig verbessert.


Rückblick – die Geschichte des Herzinfarkts
Erst seit dem 19. Jahrhundert ist bekannt, dass ein Gerinnsel in einer der koronaren Arterien und ein dadurch verursachter Verschluss der Blutzufuhr tödlich enden kann. Der erste Herzinfarkt wurde 1876 von dem deutschen Militärarzt und Professor Adam Hammer in Wien festgestellt. Zuvor hatte es nur Untersuchungen und Experimente an Tieren gegeben, deren Herzkranzgefäße seziert wurden.

Herzinfarkt nicht zwingend mit tödlichem Ausgang
Herzinfarkte mussten also nicht zwingend tödlich enden und so verfassten die beiden Russen V.P. Obraztsov und N.D. Strazhesko im Jahr 1910 die erste ausführliche Beschreibung nicht-tödlicher Herzinfarkte. Diese Beschreibung nutzte 1912 der Amerikaner James B. Herrick für die Entwicklung seiner Therapie für Infarktpatienten, die hauptsächlich auf die Einhaltung körperlicher Ruhe zielte. Bei dieser Therapie mussten die Patienten etwa zwei Wochen lang das Krankenbett hüten und durften sich nicht bewegen, weshalb sie auch gefüttert werden mussten. Diese Therapiemethode war bis in die 1950er Jahre die einzige Behandlungsmöglichkeit und wurde von den Medizinern konsequent durchgeführt. Die Elektrokardiografie wurde jedoch schon 1903 zur Diagnose eines Herzinfarktes eingeführt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden viele Studien und Versuche durchgeführt, um die genauen Ursachen für einen Infarkt zu finden und diesen bestenfalls zu verhindern oder später effektiv behandeln zu können. So erhielten die Patienten zunächst Koffein oder Campher zur Behandlung von niedrigem Blutdruck und Herzrhythmusstörungen, später kam Morphin zur Behandlung der Schmerzen hinzu.

Frühe Mobilisierung der Patienten
Das erste Fachbuch speziell über Herzinfarkte wurde 1929 von Samuel Levine veröffentlicht, in dem er besonders auf das Vorkommen von Herzrhythmusstörungen einging. Da durch die lange Bewegungslosigkeit in den zwei Wochen im Bett Thrombosen und Lungenembolien nur gefördert wurden, richteten sich die Mediziner bald nach Bernard Lown, der in den 1950er Jahren eine frühe Mobilisierung der Herzpatienten verordnete. Zusätzlich versprachen regelmäßige Sauerstoff- und Flüssigkeitszufuhr ein besseres Resultat der Behandlung.
Der erste Beweis für eine effektive Behandlung durch das Auflösen von Gerinnseln mit Medikamenten wurde erst etwa zehn Jahre später im Rahmen der Herzinfarktforschung geliefert.
In der Framingham-Studie, die 1960 von der American Heart Association veröffentlicht wurde, konnte der Zusammenhang zwischen dem Konsum von Nikotin und dem Vorkommen von Herzinfarkten nachgewiesen werden.