Der Klang der Querflöte hat die Menschen schon immer fasziniert. Die Geschichte der Querflöte begann bereits um 900 vor Christus in China. Nach Europa kam sie im 11. Jahrhundert nach Christi Geburt. Man vermutet, dass sie von Nomaden erfunden wurde und von Zentralasien zusammen mit Ziegen und Schafen zu uns kam. In dieser Zeit war das Instrument noch eine einfache zylindrische Holzflöte mit 6 Grifflöchern. Halbtöne konnten damit nicht gespielt werden. Das Mundloch und die Grifflöcher waren recht klein, was sich auf die Lautstärke auswirkte. Der Klang war sehr leise und hell gewesen. Das erste eindeutige Bild einer Querflöte fand man auf einem etruskischen Relief in Perusa und stammt aus dem zweiten oder ersten Jahrhundert vor Christus. Zu dieser Zeit wurde das Instrument zum spielen nach links gehalten. Die Etrusker schätzten dieses Instrument wohl sehr. Aus ihrer Kultur sind viele Abbildungen davon erhalten geblieben. Auch während des Mittelalters war die Holzflöte äußerst beliebt. Bei den frühesten Darstellungen zeigen byzantinische Funde Querflötisten in Elfenbein auf Pergament und auf Fresken. Es wird davon ausgegangen, dass auch in dieser Epoche diese Instrumente nicht ausschließlich nur aus Holz gefertigt wurden, sondern auch aus Knochen. Diese Vermutung wird durch etliche Funde bestätigt. In der Zeit zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert, stammen die ältesten Darstellungen aus Klosterschriften. In der Renaissance im 16. Jahrhundert entstand vermehrt der Wunsch nach verschiedenen Tonarten und Halbtönen. Gefertigt wurden Flöten vermehrt aus Holz von Obst-, Ahorn- oder Buchsbaum. Gebaut wurden sie vermehrt einteilig und mit zylindrischer Bohrung. In dieser Zeit blühte in Frankreich in wohlhabenden Kreisen des Bürgertums die Instrumentalbegleitung in Form des Chansons auf.
Die Blütezeit in der Geschichte der Querflöte
Die Bauart in der Geschichte der Querflöte veränderte sich in der Zeit zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert gravierend. Die innere Bohrung wurde nicht mehr zylindrisch gefertigt, sondern wurde im Fuß und Mittelstück konisch gebohrt. Die Flöten waren bereits dreiteilig. Bevorzugtes Material war zu dieser Zeit das Hartholz von Buchsbaum, Ebenholz, Grenadill, Kokos oder auch Elfenbein. In dieser Epoche wurden neben zahlreichen Kammermusikwerken mit Querflöte auch viele Solokonzerte komponiert. Namen wie Vivaldi, Friedrich II., Boccherini, Telemann und weitere Komponisten brachten Meisterstücke hervor, die stark in die Geschichte der Querflöte verankert wurden.
Theobald Böhm
Die heutige Form hat die Querflöte dem Instrumentenbauer und Musiker Theobald Böhm zu verdanken. Um 1832 entwickelte er das jetzige Klappensystem, das in die Geschichte der Querflöte ein ging. Bei diesem System wurden die Grifflöcher nicht mehr durch die Finger geschlossen, sondern mit Klappen. Die Griffweise vereinfachte sich dadurch erheblich, da man nun die Grifflöcher und Klappen nicht mehr gleichzeitig betätigen musste. Der Flötenbauer stellte als erster überhaupt eine Querflöte aus Metall her. Obwohl anfänglich viele kritische Stimmen laut wurden, hat sich dieses Material bei der Herstellung bis heute durchgesetzt. Mittlerweile gibt es diese Instrumente auch in Gold oder Silber. Ebenfalls vergoldetes Silber, Weißgold, Titan, Messing oder auch Neusilber kommen dafür zum Einsatz. Flöten aus Holz werden auch heute noch hergestellt. Hier hat sich Grenadillholz und auch das Holz der Kokospalme als besonders geeignet durchgesetzt. Bewährt haben sie sich dadurch, dass keine Bruch- oder Rissgefahr besteht. Auch andere Rohstoffe wie etwa Glas oder Kristall eignen sich zur Produktion. In vielen Kulturen vermutete man, dass die Querflöte von Göttern geschaffen wurde und wir Menschen sie von ihnen erhalten haben. Schenken wir der von den Göttern gegebenen Geschichte der Querflöte glauben und erfreuen wir uns an diesem sanft klingenden Instrument!