Gesetzliche Krankenversicherung

Die Grundlage des deutschen Gesundheitssystems bildet die Gesetzliche Krankenversicherung. Zu Beginn des Jahres 2009 wird es wichtige Umstrukturierungen geben.


Etwa 90 Prozent der Deutschen verlassen sich im Krankheitsfall auf die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Die restlichen zehn Prozent verteilen sich entweder auf die privaten Krankenversicherungen oder aber die Menschen verfügen über gar keinen Krankenversicherungs-schutz.

Ziele
Das Ziel der gesetzlichen Krankenversicherung ist es, die im Krankheitsfall anfallenden Sach- sowie Dienstleistungskosten für Prävention und Behandlung teilweise beziehungsweise vollständig zu übernehmen. Somit soll sichergestellt werden, die Patienten, die ohnehin schon durch das jeweilige Krankheitsbild belastet sind, finanziell zu entlasten.

Fünf Säulen
Das Sozialversicherungssystem in Deutschland besteht aus fünf gesetzlichen Versicherungen. Das sind neben der gesetzlichen Krankenversicherung die Renten-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung. Unabhängig davon, ob die Versicherten älter, jünger, krank oder gesund sind, zahlen alle entsprechend des Solidaritätsprinzips gleichermaßen. Die Gesetzliche Krankenversicherung ist besonders für Menschen wichtig, die unterhalb einer gewissen Einkommensgrenze liegen, zum Beispiel Arbeitslosengeld beziehen oder studieren.

Einzahlung ist Pflicht
Grundsätzlich ist die Gesetzliche Versicherung eine Pflichtversicherung. Nur wenn ein Arbeitnehmer mehr als 3.862,50 EUR im Monat verdient, kann er von der Pflicht befreit werden. Ist das geschehen, hat der Arbeitnehmer die Wahl zwischen einer privaten Krankenversicherung oder einer freiwillig abgeschlossenen gesetzlichen Versicherung. Studenten, Selbstständige oder Verbeamtete können allerdings nicht von der Einzahlungspflicht befreit werden.

Wer zahlt die gesetzliche Krankenversicherung?
Die gesetzliche Krankenversicherung wird vom monatlichen Einkommen abgezogen. Die eine Hälfte bezahlt der versicherte Arbeitnehmer, die andere Hälfte übernimmt der Arbeitgeber. Ist der Arbeitnehmer privat versichert, übernimmt der Arbeitnehmer die zu zahlenden Beiträge bis zur Höhe der durchschnittlichen Höchstsätze der gesetzlichen Krankenversicherung.

Gesundheitsfonds
Ab dem 01.01.2009 werden die monatlichen Einnahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht mehr an die angegebene Krankenkasse abgeführt, sondern zentral in den Gesundheitsfonds eingezahlt. Die Reform sieht die Umstrukturierung der Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung vor. Der Wettbewerb unter den Krankenkassen soll dadurch angeregt werden. Zurzeit haben die unterschiedlichen Krankenkassen verschiedene Beiträge. Ab dem ersten Januar nächsten Jahres gibt es einen einheitlichen Beitragssatz von 15,5 Prozent. Krankenkassen, bei denen das zugewiesene Geld nicht ausreicht, müssen Zusatzbeträge für ihre Kunden erheben. Durch diese Regelung werden die Krankenkassen gezwungen, mit dem Haushalt effizient zu wirtschaften.

Kritik am Fonds
Der Gesundheitsfonds wird ein beträchtlicher Eingriff in das Gesundheitswesen sein. Grundsätzlich stößt die Reform bei vielen Bürgern auf negative Resonanz, da sich für ein Großteil der Versicherten der Beitragssatz erhöht. Hinzu kommt, dass einige kleinere Kassen schon in der ersten Zeit wegen Insolvenz schließen müssen. Für viele Kassen wird es nicht möglich sein, ohne diverse Zusatzbeiträge zu wirtschaften. Doch wer als Erstes die Zusatzbeiträge erhebt, wird womöglich scheitern, da die Kunden abwandern. Allerdings werden die zusätzlichen Beiträge ausschließlich von dem Arbeitnehmer gezahlt – für den Arbeitgeber entstehen keine weiteren Kosten. Viele Beitragszahler befürchten außerdem, dass sich die Versorgungssituation verschlechtern wird. Einige Politiker hingegen gehen davon aus, dass das Gegenteilige eintritt, da die verschiedenen Krankenkassen sich um ihre Versicherten bemühen müssen.

(Stand Dezember 2008)