Gesteppte Tagesdecken selber machen

Von einer Notwendigkeit zum Kunsthandwerk: Gesteppte Decken sind nicht nur wärmend und dekorativ, sondern ein ganz besonderes, persönliches Geschenk.


Gesteppte Tagesdecken oder Quilts wurden eigentlich aus der Not geboren: Die frühen amerikanischen Siedler litten unter starkem Materialmangel. Aus diesem Grund wurden abgenutzte Kleidungsstücke oder Decken zerschnitten. Die brauchbaren Reste wurden zu Mustern arrangiert und zu Decken vernäht; als Füllung dienten alte Gardinen oder Pferdedecken. Um die einzelnen Stofflagen zusammenzuhalten, wurden sie mit der Hand gesteppt; das gemeinsame Arbeiten der Siedlerfrauen bei den „Quilting Bees“ stellte ein wichtiges soziales Ereignis dar. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem Quilten in Verbindung mit dem Patchwork eine handwerkliche Kunstform mit regionalen Stilen.

Benötigte Materialien
Gesteppte Tagesdecken werden üblicherweise aus drei Lagen gefertigt; die Schauseite liegt oben und kann aus Pieced oder Mosaik-Patchwork (rechteckige, gleichgroße oder größenvariierende, miteinander vernähte Stoffstücke; für die Abmessung eignen sich Rollschneider und Patchlineal oder eine Pappschablone), Flicken aus durcheinandergewürfeltem Material (Crazy Quilt) oder einer einzigen Stoffbahn (Whole-Cloth-Quilt) bestehen. Werden Motive aus Stoff ausgeschnitten und auf einen Untergrund genäht, spricht man von einem Applikationsqilt. In der Mitte sorgt ein Volumenvlies (Synthetik oder Baumwolle) für die nötige Fülle, den Abschluss bildet eine durchgehende Stofflage; beide Stoffe können größer sein als die Oberseite. Durch große Sicherheitsnadeln oder Klebespray werden die drei Lagen übereinander fixiert. Für die Sicherheit beim Nähen ist ein Fingerhut von Vorteil.

Gesteppte Decken nähen
Es ist wichtig, von der Mitte nach außen hin zu steppen. Leichte Falten werden zum Rand hin ausgestrichen. Besonders bei großen Decken muss entschieden werden, ob die Nähmaschine benutzt wird oder die kleinen (auf Vorder- und Hinterseite gleichmäßigen und gleichlangen) Vorstiche, durch die der Quilt plastisch wird, mit der Hand ausgeführt werden. Wählt man die Nähmaschine, so ist der Stofftransporteur zu versenken und der Stoff freihändig zu führen. Für eine gleichmäßige Stichlänge müssen Nähgeschwindigkeit und Stoffführung einander angeglichen werden.
Nach dem Heften werden überstehende Stoffränder abgeschnitten und bei Patchwork die Quadrate mit großen Stichen auf den Nähten nachgesteppt (Unterfaden in Farbe des Unterstoffes wählen). Abschließend wird der Rand mit einem breiten Schrägstreifen, der von unten gegen die Decke gesteppt und von oben festgenäht wird, versäubert.