Gesund schlafen

Wer gesund schlafen will, der sollte vor allem auf wirbelsäulenschonendes Liegen achten, bei dem die Bandscheiben wieder mit Flüssigkeit und Nährstoffen versorgt werden können.


Gesund schlafen heißt gut Liegen. Und Liegen ist nicht nur wichtig für die Seele, sondern auch für die gestresste Wirbelsäule, allen voran die Bandscheiben.

Entlastung der Wirbelsäule
Im Liegen entlasten Sie Ihre Wirbelsäule am besten, da in dieser Lage der Druck auf die Bandscheiben entfällt. So können Sie sich erholen und wieder Flüssigkeit und Nährstoffe aus dem umliegenden Gewebe aufnehmen. Außerdem brauchen Sie, im Gegensatz zur aufrechten Haltung, Ihre Muskeln nicht anzustrengen. Für ein rückengerechtes Liegen müssen Form und Festigkeit der Unterlagestimmen: Sie sollte sich möglichst gut der natürlichen Form des Rückgrats anpassen, gleichzeitig aber auch dem Körpergewicht standhalten. Nur dann ist ein gesunder, wirbelsäulenschonender Schlaf möglich. Natürlich sind auch die Schlafumgebung und der Platz des Bettes bedeutend. Wenn Sie ein Sammelsurium an technischen Geräten um Ihr Bett vereinen, müssen Sie sich über einen unruhigen Schlaf (und vieles mehr) nicht wundern.

Bewegungsfreiheit im Bett
Zur optimalen Bettgröße: Das Bett sollte Ihnen auf jeden Fall genügend Bewegungsfreiheit erlauben. Ein Einzelbett sollte mindestens einen Meter breit sein, ein Doppelbett mindestens 1, 80 Meter. Bei der Länge des Bettes gehen Sie am Besten von Ihrer Körperlänge aus und addieren 30-40 Zentimeter dazu. Günstig als Bettunterbau ist ein flexibler Holzlattenrost. Er unterstützt Ihren Körper mit seinen biegsamen Leisten. Untergestelle aus Drahtgeflechten, die schnell ausleiern und dann in der Mitte durchhänge, sind für Ihren Rücken ungünstig. Auch Spiralfedergestelle sind meist zu nachgiebig und nicht nur aus baubiologischer Sicht, nicht zu empfehlen. Der Bettrahmen sollte dem Lattenrost festen Halt geben und außerdem eine ausreichende Belüftung ermöglichen.

Gesund schlafen mit der richtigen Matratze
Kommen wir zur Matratze. Sie sollte weder zu weich noch zu hart sein. Wichtig ist, dass sie das Geweicht Ihres Körpers möglichst gleichmäßig verteilt und in jeder Liegeposition die natürliche Wölbung nachformt. Zu weiche Matratzen führen oft zu Vertiefungen oder Mulden und damit zu unnatürlichen Rückratverformungen. Zu harte Matratzen hingegen rufen Fehlhaltungen und Muskelverspannungen hervor.

Wo im Einzelfall die „goldene Mitte“ liegt, hängt nicht zuletzt von Ihrem individuellen Körperbau und –gewicht ab. Nicht empfehlenswert sind die früher oft verwendeten dreiteiligen Matratzen. Sie sollten – wenn noch vorhanden- ausgetauscht werden. Auch Wasserbetten/Matratzen bergen Risiken und sind nicht unbedingt immer empfehlenswert! Sehr rückenfreundlich sind vor allem Latexmatratzen. Sie geben dort leicht nach, wo der stärkste Körpergewichtsdruck lastet.- Gleichzeitig stützen Sie den Körper so weit, dass das Rückrat nicht in eine unnatürliche Lage gezwängt wird. Und sie machen alle Körperbewegungen mit, ohne nachzufedern. Latexmatratzen passen sich darüber hinaus verstellbaren Lattenrosten sehr gut an.

Aber bitte bedenken Sie: Auch ein Matratzenleben währt nicht ewig! Mit der Zeit lässt die Elastizität jeder Matratze nach. Schaffen Sie sich deshalb rechtzeitig - aber bitte spätestens nach etwa sieben Jahren – eine neue Matratze an. Ein weiterer wichtiger Punkt im Zusammenhang mit gesundem Schlaf ist: Wo steht Ihr Bett? Ein gesunder Schlaf kann sich nur dort entwickeln, wo der Körper in der Erholungsphase ungestört ist. Störende elektromagnetische Felder zum Beispiel durch ein Funktelefon/-basis neben dem Bett, Nachttischlämpchen etc. können verantwortlich sein für vegetative Symptome wie Kopfschmerzen, Unwohlsein, chronische Müdigkeit. Denken Sie auch an Ihr Kleinkind! Auch hier sollte das Bettchen nicht direkt neben einer Stromquelle positioniert werden.

Wie können Sie ein gutes Bettsystem finden?
Welches Bettsystem bei Ihnen persönlich optimal ist besprechen Sie bitte mit einem erfahrenen Orthopäden. Eine optimale und vor allem unabhängige Hilfe bietet die AGR (Arbeitsgemeinschaft gesunder Rücken e. V.) bei der Wahl Ihres Bettes. Für die den gesunden Schlaf in einem baubiologisch gesunden Raum ist Ihr Baubiologe zuständig.

 


 

 

Die Matratze muss sich den unterschiedlichen Gewichtszonen des Körpers anpassen (Quelle: Lattoflex).

 

Ein gute Matratze besteht aus individuell auf dem Benutzer abgestimmten Segmenten (Quelle: Lattoflex).

 

Für die Inhalte dieses Artikels ist der Verfasser Dr. med. Albert Beckers verantwortlich.