Gesundheitsgefahr durch Passivrauchen

Jede Zigarette schädigt nicht nur dem Raucher selbst, sondern auch seinem Umfeld. Die Gefahren durch Passivrauchen sind nicht zu unterschätzen.


Raucher schaden nicht nur sich selbst, sie setzen auch ihre Mitmenschen einem hohen Gesundheitsrisiko aus. Inzwischen ist bekannt, dass nicht nur Rauchen selbst gefährlich ist, auch das Passivrauchen wirkt sich sehr nachteilig auf die Gesundheit des Mitrauchers aus.

 

Verschiedener Rauch
Beim Rauchen entstehen zwei Sorten von Rauch, man spricht vom sogenannten Haupt- und Nebenstromrauch. Hauptstromrauch entsteht, wenn der Raucher ausatmet, Nebenstromrauch entwickelt sich zwischen den Zügen. Er wird vom glimmenden Ende der Zigarette abgegeben. Tabakrauch besteht nur zu etwa 20 Prozent aus Hauptstromrauch. Es ist der große Rest von 80 Prozent, der Nebenstromrauch, der für die Umwelt so schädlich ist. Dieser enthält Untersuchungen zufolge eine 30-mal höhere Menge an giftigen Substanzen als der Hauptstromrauch. So ist beispielsweise die Konzentration des stark Krebs erregenden Stoffes N-Nitrosodimethylamin im Nebenstromrauch hundert Mal höher als im Hauptstromrauch. Die gas- und partikelförmigen Bestandteile des Tabakrauchs verweilen für einen relativ langen Zeitraum in der Raumluft, zwei Stunden nachdem eine Zigarette geraucht wurde, lassen sich noch 50 Prozent der ursprünglichen Menge der Stickoxide und Rauchpartikel nachweisen. Aber nicht nur das: Die vielen giftigen Substanzen setzen sich in den Innenräumen fest, Tapeten, Gardinen und Fußböden zeigen im Laufe der Jahre deutliche Anzeichen dieser Ablagerungen; sie verfärben sich dunkelgelb bis bräunlich. Tabakrauch ist heute der häufigste und gefährlichste Schadstoff in Räumen.
Wenn man sich etwa eine Stunde in einem verräucherten Zimmer aufhält, ist das ungefähr so gesundheitsschädigend, als hätte man selbst eine Zigarette geraucht. Bereits ein kurzer Kontakt mit dem schädigenden Nebenstromrauch hat Konsequenzen für die eigene Gesundheit. So berichten viele Menschen über Kurzatmigkeit, Kopfschmerzen oder Schwindel. Längere Aufenthalte in Raucherzimmern führen zu gereizten Atemwegen. Menschen, die berufsbedingt jeden Tag im blauen Dunst verbringen müssen, erkranken häufiger an Asthma, Lungenentzündungen oder Bronchitis.
Bereits bestehende Erkrankungen werden durch den Tabakrauch verschlimmert. Die Gefahr, dass die Atemwege dauerhafte Schäden davontragen, ist sehr wahrscheinlich. Mitraucher leiden auch häufig unter Allergien, da ihr Immunsystem anfällig ist und fremde Erreger nicht mehr abwehren kann.

 

Passivrauchen bei Kindern
Derzeit leben etwa die Hälfte aller Kinder und Jugendlicher (8,4 Millionen) in einem Raucherhaushalt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum hat im letzten Jahrzehnt einen Besorgnis erregenden Anstieg der Gefährdung durch Passivrauchen beobachtet. Diese ständig immanente Bedrohung ist nicht unerheblich: Untersuchungen haben gezeigt, dass Kinder, die verstärkt dem blauen Dunst ausgesetzt sind, häufiger krank sind als solche nicht rauchender Eltern. Im elterlichen Zuhause haben die Kinder keine Gelegenheit, dem Rauch und den daraus entstehenden Ablagerungen in den Innenräumen zu entgehen. Weil sich die Rauchpartikel auf Möbeln, den Gardinen und den Teppichen festsetzen, kann auch regelmäßiges Lüften keine Besserung der Luftverhältnisse bringen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Erklärung empfiehlt daher, das Rauchen in den Räumen, die auch von Kindern genutzt werden, vollständig zu unterlassen, um ihren Nachwuchs keiner Gefahr auszusetzen.

Passivrauchen erhöht Infektanfälligkeit
Es ist zweifelsfrei bewiesen, dass das Risiko, im Erwachsenenalter schwer zu erkranken, um ein Vielfaches steigt, wenn die Eltern geraucht haben. Aber bereits im Kindesalter zeigen sich erste Auswirkungen. So wurde eine allgemeine erhöhte Infektanfälligkeit festgestellt. Atemwegserkrankungen, Kopf- und Bauschschmerzen, aber auch Husten sind die ersten Folgen. Später lassen sich Atemnot, verminderte Leistungsfähigkeit und eine geschwächte Lungenfunktion feststellen. Kinder sind auch deshalb besonders, weil sie im Vergleich zu Erwachsenen zwei bis dreimal so häufig ein- und ausatmen, und so mehr Schadstoffe aus der Luft aufnehmen. Zudem ist ihr Organismus noch sehr empfindlich, weil er noch nicht vollständig entwickelt ist.

Bestimmte Krankheiten treten bei Kindern rauchender Eltern häufiger in Erscheinung. Dazu gehören Mittelohr- und Lungenentzündungen, Bronchitis und Pseudokrupp, aber auch Asthma und Allergien treten verstärkt auf. Häufig zeigt sich auch eine gestörte Leberfunktion, da das wichtige Stoffwechselorgan durch die giftigen Substanzen völlig überfordert ist.

Kinder rauchender Eltern weniger intelligent
Zudem steigt das Krebsrisiko; Kinder rauchender Mütter erkranken, einer Studie zufolge, häufiger an Blasen- und Nierenkrebs. Doch damit nicht genug: Kinder aus Raucherhaushalten sind auch weniger intelligent als ihre Klassenkameraden. Das Wissenschaftlerteam um die Amerikanerin Kimberly Yolton vom Cincinnati Childrens Hospital im US-Bundesstaat Ohio untersuchten Blutproben von knapp 4.400 Kindern auf das Nikotinabbauprodukt Cotinin. Gleichzeitig werteten sie früher durchgeführte IQ-Tests der Kinder aus. Die Forscher kamen zu einem eindeutigen Ergebnis: Kinder, die in Raucherhaushalten aufwachsen, zeigten deutlich schlechtere Ergebnisse als ihre Altersgenossen. Bereits geringe Mengen Nikotin hatten Auswirkungen auf die Entwicklung der Sprachentwicklung, auch die Fähigkeit, logische Zusammenhänge zu erkennen, war bei den Kindern weniger gut ausgebildet.