Gesundheitsreform 2009- Was bedeutet sie für mich?

Bei der Gesundheitsreform 2009 hat sich einiges verändert. Unter anderem sind ab April Mutter- oder Vater-Kindkuren in den Leistungen der Krankenversicherungen inbegriffen


Die Gesundheitsreform 2009, die lange umstritten und konstant überarbeitet wurde, trat im April diesen Jahres nun endlich in Kraft. Der Bedarf nach einer grundlegenden Reform war schon lange gegeben. Die Beiträge für die Krankenkassen stiegen unaufhörlich, Gesundheit wurde immer teurer und die Menschen immer älter. Die Gesundheitsreform 2009 bringt viel Neues. Doch was bedeuten die Änderungen aber für den Einzelnen?

Ziele
Das Ziel der Bundesregierung ist, dass bis zum Jahr 2009 jeder Deutsche krankenversichert ist. Das bedeutet, gering verdienende Menschen aber auch besser Verdienende müssen sich in einer gesetzlichen oder privaten Krankenkasse versichern. Personen, die ihren Versicherungsschutz verloren haben, können zu den Bedingungen des Austritts in die Kasse zurückkehren. Finanziell schwach Gestellte werden in Form von Sozialhilfe und Grundsicherung unterstützt. Wer 2009 noch unversichert ist, wird mit empfindlichen Bußgeldern bestraft.

Gesundheitsfond
Neu ist der so genannte Gesundheitsfond. Um diesen zu finanzieren, werden die Beiträge um 0,5 Prozent erhöht. Wie bisher zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Beiträge an die Krankenkassen. Diese finanzieren aus allen Geldern einen gemeinsamen Fond, der jedem Versicherten einen Festbetrag einräumt. Dieser kann jedoch für alte oder kranke Menschen erhöht werden. Überhaupt werden alte und kranke Menschen nun besser versorgt. Aufwendige Rehabilitationsmaßnahmen oder Unterstützung bei der Sterbebegleitung sind ohne große bürokratische Anstrengungen sofort nutzbar.

Aber auch Gesunde profitieren von der Reform, denn alle wichtigen Vorsorgemöglichkeiten werden von den Kassen bezahlt. Familien erhalten zusätzliche Unterstützung denn Mutter- oder Vater-Kindkuren gehören ab April zu den Leistungen.

Private Zusatzversicherung
Die privaten Krankenkassen wurden ebenfalls reformiert. Sie müssen nun einen Grundtarif für jeden anbieten, ohne die in Privatkassen übliche Gesundheitsprüfung. Für diejenigen, die es sich nicht leisten können, in eine private Kasse zu wechseln oder ihre Ehepartner und Kinder kostenlos mitversichern lassen wollen, empfiehlt sich eine private Zusatzversicherung. Weil die gesetzlichen Kassen bestimmte Leistungen nicht mehr oder nur noch teilweise bezahlen, können entsprechende Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. Diese umfassen Zahnersatz, Sehhilfen oder Krankenhausaufenthalte.

Tätowierung und Piercing
Ebenfalls wissenswert: Wenn bei einer Tätowierung oder einem Piercing Komplikationen auftreten, werden die nachfolgenden Behandlungen nicht mehr bezahlt. Die gesetzlichen Krankenkassen sind dazu aufgefordert, verschiedene Tarife anzubieten, die dem Versicherten ermöglichen sollen, Geld zu sparen. Außerdem wird ein stärkerer Wettbewerb zwischen den einzelnen Krankenkassen ermöglicht.

Hausarztmodell
Einer dieser Sondertarife ist das „Hausarztmodell“. Dabei bindet der Patient sich an einen bestimmten Arzt, der immer zuerst aufgesucht werden muss. Eine weitere Meinung oder spezielle Untersuchungen müssen erst von dem Hausarzt autorisiert werden. Nur nach Überweisung darf der Patient andere Ärzte aufsuchen. Dieses Modell setzt ein großes Vertrauen in die Fähigkeit des Arztes voraus. Aber: anstelle der einmal im Quartal fälligen Praxisgebühr bezahlt der Patient nur einmal im Jahr zehn Euro. Ein anderes Modell ist der Selbstbehalttarif. Hierbei erhält der Versicherte eine jährliche Prämie, verpflichtet sich aber im Gegenzug, alle Rechnungen für Behandlungen und Krankenhausaufenthalt selbst zu tragen. Für Menschen, die bisher immer geringe Arztkosten hatten, kann ein solcher Tarif sehr lohnend sein.