Getreidesorten richtig erkennen: So geht's

Getreide unterscheidet sich vor allem in der Form der Ähren mit den Grannen, auf diese Weise können Sie Getreidesorten richtig erkennen.


Getreidesorten richtig erkennen zu können, ist nützlich, denn seit über 6000 Jahren baut der Mensch Getreide an. Die ersten Getreide waren Weizen und Gerste. In der Bronzezeit kam der Hafer auf und erst seit kurzem (etwa 1500 Jahre) wird Roggen angebaut. In Asien ist Reis die wichtigste Getreidesorte. Selbst in kargen Gebieten gedeiht Hirse. Mit der Entdeckung Amerikas kam der Mais nach Europa. Seither versorgen diese Getreide Mensch und Tier.

 

 

Getreidesorten richtig erkennen - Aufbau

  • Getreide gehört zu den Süßgräsern (Poaceae) mit einem meist hohlen, runden Stengel, der durch Knoten gegliedert wird. An den Knoten entspringen die Blätter, die einen Teil des Stengels umfassen (Blattscheide).

 

  • Die Blätter sind flach und lang, einige auch gefaltet oder gerollt, mit einem dicken hellen oder braunen Blattbereich, oft mit Blatthäutchen. Süßgräser besitzen Einzelblüten, die von zwei Spelzen umgeben sind. Mehrere Einzelblüten sind zu Ähren angeordnet, hier kann man schon Getreidesorten richtig erkennen.

 

  • An einer einfachen Ähre sitzen stengellose Blüten. Die Ährenrispe (Scheinähre) hat gestielte Blüten oder kurze Rispenäste. An Rispen stehen die einzelnen Blüten ausgebreitet an langen Rispenästen. Als Frucht wird das Getreidekorn ausgebildet.

 

Getreidesorten richtig erkennen - Arten

  • Weizen, in Deutschland sind über 100 Sorten zugelassen, erreicht eine Höhe zwischen 50 und 100 Zentimeter. Um die einfache Ähre winden sich sechs Weizenkörner (sechszeilig) in einer Ebene. Das Weizenkorn ist rundlich, mit Härchen an der Kornspitze. Weichweizen hat fast keine Grannen (Ährenborste, Fortführung der Spelze). Der Hartweizen hat dagegen lange Grannen.

 

  • Dinkel ist mit dem Weizen verwandt und ein zweizeiliges Spelzgetreide. Das Dinkelkorn wird von einer Spelze fest umschlossen. Gerste, in Deutschland sind über 100 Sorten zugelassen, erreicht eine Höhe zwischen 50 und 130 Zentimeter. Gerstenähren sind zwei- oder mehrzeilig mit sehr langen Grannen, die weit über die Ähre hinausragen und in einer Höhe enden. Mit der Reife neigt sich die Ähre. Das Gerstenkorn ist oval und länglich.

 

  • Hafer, in Deutschland sind über 20 Sorten zugelassen, hat hängende Rispenähren und bildet teilweise Grannen aus, die kurz sind. Das Haferkorn ist länglich. Roggen, in Deutschland sind über 30 Sorten zugelassen, erreicht eine Höhe zwischen 65 und 200 Zentimeter. Die Roggenähre ist vierzeilig mit Grannen in halber Ährenlänge, dadurch erscheinen die Grannen abgestuft. Das Roggenkorn ist walzenförmig und lang.

 

  • Reis wächst nur in sumpfigen Regionen der tropischen Klimazone und erreicht eine Höhe zwischen 50 und 160 Zentimeter. An den überhängenden Rispen befinden sich mehrere Ährchen, die mehrere Tausend Früchte tragen können. Hirse wird hauptsächlich in Afrika und Asien angebaut. Es ist ein Spelzgetreide mit kleinen Körnern.

 

  • Mais erreicht eine Höhe zwischen 100 bis 300 Zentimeter. An der Spross-Spitze sitzen die männlichen Blüten. Die weiblichen Blütenkolben (einzeln oder in dreier Gruppen) sitzen an kurzen Stielen im unteren Stengelbereich.

 

  • Die Kolben sind von Hüllblättern umgeben und ein bräunlicher Griffel erscheint mit der Reifung aus den Kolben. Maiskörner können gelb, weiß, schwarzviolett oder rot sein. Es sind nur wenige Merkmale nötig, um Getreidesorten richtig erkennen zu können.