Gewerbeschein für Kleingewerbe beantragen - Hinweise

Gewerbe ist nicht gleich Gewerbe - bei der Beantragung des Gewerbeschein für Kleingewerbe unterliegt der Friseur anderen Auflagen als der Wirt


Wer einen Gewerbebetrieb eröffnen will, braucht grundsätzlich auch einen Gewerbeschein. Dabei ist zu beachten das Land- und Forstwirte sowie Freiberufler, nicht der Gewerbeanzeige unterliegen. Bei diesen kann sich jedoch durch die Wahl der Rechtsform eine Gewerbepflicht ergeben. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn ein Landwirt aus einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung macht (GmbH). Um einen Gewerbeschein für Kleingewerbe zu beantragen, müssen Sie sich je nach Organisation Ihrer Kommune, an das Gewerbeamt oder die Gewerbemeldestelle des Ordnungsamtes wenden. Wer einen Gewerbeschein für Kleingewerbe beantragen will, hat mit Kosten zwischen zehn und 30 Euro zu rechnen.

 

 

Nicht jeder Gewerbebetrieb darf ohne Erlaubnis eröffnet werden

 

  • Ungefähr zwei Drittel aller Gewerbebetriebe sind erlaubnisfrei, unterliegen daher keinem großem bürokratischem Aufwand. Der Gewerbeschein für Kleingewerbe wird hier in der Regel innerhalb von drei Tagen gewährt. Wollen Sie jedoch ein überwachungsbedürftiges Gewerbe betreiben, muss mit einigen zusätzlichen Auflagen gerechnet werden.

 

  • Zu diesen Tätigkeiten zählen beispielsweise die Eröffnung einer Eheberatung, einer Detektei, einer Spielhalle oder eines Reisebüros. Eine vollständige Auflistung aller erlaubnispflichtigen Berufe findet sich in § 38 der Gewerbeordnung.

 

  • Die besonderen Auflagen umfassen in diesen Fällen die Beilage eines polizeilichen Führungszeugnisses sowie ein Auszug aus dem Gewerbezentralregister, welcher belegen soll, ob der Beantragende in der Vergangenheit gegen die Gewerbeordnung verstoßen hat. Wer also ein Gewerbeschein für Kleingewerbe aus dieser Kategorie beantragen will, kann sein Gewerbe nur mit Zulassung starten.

 

  • Je nach Behörde und geplantem Gewerbe, muss der Antragsteller unterschiedliche Dokumente der Beantragung beifügen. Beispielsweise muss derjenige, welcher im Bereich von Lebensmitteln tätig werden will, eine amtsärztliche Bescheinigung vorlegen (Nachweis das keine ansteckenden chronischen Krankheiten vorliegen, wie Hepatitis oder ähnlich).

 

  • Ein Seminar bei der Industrie und Handelskammer (IHK) über Hygiene und den Umgang mit Lebensmitteln muss derjenige belegen, welcher im Gaststättengewerbe tätig werden will. Das Gewerbeaufsichtsamt muss hier zudem bestätigen, dass die Lokalität für eine Gaststätte geeignet ist (dies ist beispielsweise auf nachweislich kontaminierten Böden nicht der Fall).

 

 

Der letzte verwaltungstechnische Akt - es kann losgelegt werden

  • Der Antrag auf einen Gewerbeschein für Kleingewerbe ist nun erfolgreich vollzogen, wenn die zuvor genannten Bedingungen erfüllt worden sind. Das Gewerbeamt veranlasst automatisch, eine Benachrichtigung der entsprechenden weiteren zuständigen Behörden. Dies umfasst das Finanzamt, die Handwerks- oder Industrie und Handelskammer, die Berufsgenossenschaft, das Arbeitsamt sowie das statistische Landesamt. Unter Umständen erfolgt eine postalische Benachrichtigung dieser Behörden, in der die Erfolgreiche Anmeldung nochmals bestätigt wird.