Gibt es Kurzkennzeichen für Motorräder?

Für bestimmte Fahrten ist es möglich ein Kurzkennzeichen für Motorräder zu erhalten, wobei es einige Besonderheiten zu beachten gibt.


Genauso wie für Autos gibt es auch Kurzkennzeichen für Motorräder. Der Unterschied besteht lediglich im Kennzeichenformat. Die Erlangung des Kennzeichens erfolgt in gleicher Weise wie bei sonstigen Kraftfahrzeugen.

Gebrauch und Besonderheit der Kurzkennzeichen
Der Einsatz dieser Kurzkennzeichen für Motorräder erfolgt für Fahrten zu Werkstätten und technischen Prüfstellen, für Probefahrten und für Überführungen bei einem Fahrzeugverkauf. Eine Besonderheit ist, dass keine technische Fahrzeugabnahme erforderlich ist. Weiterhin ist das Kennzeichen für genau fünf Tage ab Zuteilung gültig, danach wird es vom Besitzer selbst aus dem Verkehr gezogen, braucht also nicht mehr zur Zulassungsstelle zur Entwertung zurückgegeben zu werden. Das Ablaufdatum wird am rechten Rand des Nummernschildes durch drei untereinanderstehende Zahlen ( Tag, Monat und Jahr ) angezeigt. Der Gültigkeitsbereich umfasst Europa und das außereuropäische Ausland, soweit dieses in der grünen Versicherungskarte aufgeführt ist. Zur Ummeldung, oder zum Verkauf von Motorrädern im Ausland gibt es das Ausfuhrkennzeichen. Eine gesetzliche Regelung ist in der Fahrzeugzulassungsverordnung (§ 16) zu finden.

Formalitäten und Kosten bei der Beantragung
Zuständig für ein Kurzkennzeichen für Motorräder ist die örtliche Zulassungsstelle. Dort sind die üblichen Ausweisdokumente, also Personalausweis oder Reisepass mit Meldebestätigung, vorzulegen. Die Kosten hierfür sind mit 10 bis 15 Euro inklusive Siegelplakette recht moderat. Für das Nummernschild und dessen Prägung sind ungefähr 20 bis 30 Euro einzurechnen. Diese Gebühren schwanken von Ort zu Ort ein wenig. Vor dem Gang zur Zulassungsstelle ist von einer Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung eine Versicherungsbestätigung in Form einer siebenstelligen Zahlen- und Buchstabenkombination, die sogenannte elektronische Versicherungsbestätigung (eVB oder VB), zu beantragen. Damit entfällt die früher übliche Doppelkarte. Die Zulassungsstelle erhält diese Bestätigung online von der Versicherung und nutzt diese zur Bearbeitung des Antrages.

Bei der Versicherungsauswahl ist es sinnvoll, die bisherige Kraftfahrversicherung beizubehalten, da ein Rabatt wegen einer gegebenenfalls bestehenden Schadensfreiheitsklasse möglich ist. Ansonsten sind die Kosten für ein Kurzkennzeichen für Motorräder mit 40 bis 80 Euro für fünf Tage sehr hoch und unterschiedlich, weshalb ein Versicherungsvergleich auch bei bestehendem Schadensfreiheitsrabatt immer ratsam ist. Alle Versicherer verrechnen allerdings diesen Beitrag, wenn das Motorrad bei derselben Versicherung weiterversichert wird.