Gift im Glas? Benzol und Furan im Babybrei

Oh Schreck – ausgerechnet in verschiedenen Babybreisorten wurden die krebserregenden Stoffe Benzol und Furan nachgewiesen.


Wer seinem Kleinkind etwas Gutes tun will, kauft ihm Babygemüsebrei in Öko-Qualität – von wegen! Die Verbraucherzeitschrift „Öko-Test“ hat den Skandal im Frühjahr 2009 aufgedeckt: In zwölf von 14 getesteten Gläschen mit Babynahrung fand sich das krebserregende Furan und das Keimzellen schädigende Benzol, das ebenfalls als krebserregend gilt. Besonders viele der kleinen Gemüsemahlzeiten waren in Bio-Qualität für Kinder ab dem fünften Monat ungeeignet.

Benzol im Babybrei

  • In zwölf der 14 Gläschen waren erhöhte Benzolmengen gefunden worden, die Werte schwankten zwischen einem Mikrogram bis zu 2,8 Mikrogramm pro Kilogramm. Bisher gibt es in Deutschland keinen Grenzwert für Benzol in Lebensmitteln. Bei Trinkwasser liegt der Grenzwert jedoch bei einem Mikrogramm auf einen Liter Wasser.
  • Bei Benzol handelt es sich um einen Benzinbestandteil. Dieser findet sich auch als Schadstoff in der Luft, er ist außerdem Ausgangsstoff für verschiedene Chemikalien.
  • Wie aber kommt die Substanz in den Babybrei? Der Brei wird bei extrem hohen Temperaturen erhitzt, bei dieser Hitze können sich gewisse natürliche Inhaltsstoffe wie Betacarotin, Aromastoffe und Aminosäuren bei Hitze zu aromatischen Verbindungen umwandeln – unter anderem auch in Benzol.
  • Und das ist gefährlich: Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung ist jede noch so kleine Menge an Benzol für die Gesundheit bedenklich.

Furan im Babybrei

  • Furan entsteht ebenfalls bei hohen Temperaturen, bei einer langen Erhitzungsdauer, sowie eventuell auch durch ein Zusammenspiel von Aminosäuren, Vitamin C, Kohlenhydraten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Bei Tierversuchen war Furan krebserregend.
  • Bereits seit 2004 war den Behörden bekannt, dass Furan im Babybrei steckt. Gesetzliche Grenzwerte wurden jedoch nicht festgelegt, es wurden nur Empfehlungen zur Minimierung ausgesprochen. Die Hersteller erklären derweil, die Werte seien unvermeidbar.
  • Heute kann man noch nicht genau sagen, welche Menge schädlich ist, wir nehmen Benzol und Furan auch über die Luft auf, meist sogar viel mehr als über die Lebensmittel.

Vermeidung von Benzol und Furan

  • Kartoffeln scheinen mehr zur Bildung von Furan zu neigen, als andere Gemüsesorten. Insgesamt ist Gemüsebrei stärker betroffen als Obst- oder auch Getreidebrei, Zubereitungen mit Fleisch zeigten auch eher niedrige Werte. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kocht den Babybrei selbst. Das gleiche gilt übrigens für frisch gepressten Karottensaft. So kann man die Menge an Benzol und Furan verringern.
  • Verwenden Sie nur Biogemüse, putzen Sie es. Als nächstes wird es klein geschnitten und für etwa 20 Minuten gedünstet oder gekocht. Zusammen mit dem Kochwasser wird es nun püriert, so bleiben gesunde Mineralstoffe und Vitamine enthalten. Verwenden Sie kein Salz, damit die Vitamine besser aufgenommen werden können, empfiehlt es sich jedoch, einige Tropfen Öl hinzuzugeben. Sie können das Püree auch einfrieren.