Giftschlangen - Arten und Haltungstipps

Die Haltung gefährlicher Reptilien, insbesondere von giftigen Schlangen, erfordert neben der artgerechten Tierhaltung auch besondere Vorkehrungen zur Vermeidung der objektiv vorhandenen Gefahren, die vom Umgang mit diesen Tieren zwangsläufig ausgehen.


Etwas über 400 Schlangenarten von etwa 2600 auf der Erde besitzen einen voll einsetzbaren Giftapparat, von denen die meisten für den Mensch nicht gefährlich sind. Die meisten giftigen Schlangen sind beißfaul, leben sehr versteckt oder haben nur schwach wirksame Gifte.

Echte Giftschlangen
Seeschlangen, Ottern, Giftnattern, Grubenottern und Erdvipern fallen unter den Begriff der echten Giftschlangen, alle haben Giftdrüsen, wo die im Oberkiefer stehenden Giftzähne mit Gift leitenden Gefäßen verbunden sind. Auch Schlangen wie die Wassertrugnatter und die Trugnatter haben Giftdrüsen, allerdings stehen diese hier mit den im hinteren Oberkiefer angeordneten Giftzähnen in Verbindung. Durch die weit hinten stehenden Zähne ist der Biss generell harmlos und das Gift hat für den Menschen nur geringe Wirkung. Tödliche Bissunfälle sind nur bei der Vogelnatter und der Boomslang belegt, weshalb die Trugnattern stets wie giftige Schlangen behandelt werden sollten. Oftmals wird bei einem nur vorgetäuschten oder auch tatsächlichen Biss kein Gift abgesondert und nur bei 20 bis 50 Prozent aller Giftschlangenbisse treten beim Menschen Vergiftungserscheinungen auf.

Haltungstipps für Giftschlangen

Immer wieder steht die Haltung von Giftschlangen in der Kritik, wobei auch zahlreiche andere Tiere wie Spinnen, Skorpione, einige Fische und Echsen, sowie Frösche und auch Salamander Gifte produzieren und auch einsetzen. Der Halter von giftigen Schlangen sollte den Mitmenschen als zuverlässig, verantwortungsbewusst und besonnen bekannt sein und muss volljährig sein. Für den Fall eines Bissen sollte der Halter über eine solide Gesundheit verfügen, nachdem beispielsweise Allergien das Risiko erhöhen. Der Halter sollte bereits langjährige Erfahrung mit ungiftigen Schlangen haben und über das erforderliche Fachwissen verfügen. Bei der Haltung von Giftschlangen sollte das Terrarium nicht in einem Wohnraum stehen, es dürfen keine unbefugten Zutritt zu dem Raum haben und alle Abluftöffnungen, Fenster und ähnliches müssen durch Draht gesichert sein. Die giftigen Schlangen haben die gleichen Lebensansprüche wie die ungiftigen Arten von derselben Herkunft und der gleichen Größe. Das Terrarium muss verschlossen, ausbruchsicher und solide gebaut sein und es muss für eine artspezifische und biotopadäquate Unterbringung und Pflege gesorgt werden. Besonders geeignet sind Sicherheitsschlösser und Verbundsicherheitsglas. Das Terrarium sollte über eine übersichtliche Einrichtung verfügen. Zu den vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen gehört ein Alarmplan, eine Erste-Hilfe-Tafel für Bisse und eine Vorratshaltung an den spezifischen mono- oder polyvalenten Giftschlangenseren. Bereits vorher sollte sich nach einer geeigneten medizinischen Einrichtung umgesehen werden. Das Unschädlichmachen des Tieres sollte bei einem Entweichen einer Giftschlange aus dem Terrarium oberstes Ziel sein, sobald keine sofortige Chance für ein gefahrloses Einfangen besteht. Ansonsten können kostenaufwendige Feuerwehr- und Polizeiaktionen erforderlich werden. Bei allen Giftschlangen ist eine Genehmigungspflicht für den Halter von besonders geschützten Arten erforderlich.