Im November 2010 wurde vom Bundestag ein neuer Gesetzentwurf beschlossen, der die GKV Beiträge ab 1. Januar 2011 wieder erhöht. Und es soll nicht nur dabei bleiben. Auch Zusatzbeiträge dürfen von jeder Krankenkasse erhoben werden. Hierdurch soll eine weitere Verschuldung der Krankenkassen verhindert und die steigenden Ausgaben abgefangen werden.
Wie entstand das Defizit?
Die Meinungen gehen auseinander, wie es zu dem Defizit der Krankenkassen kam. Einige geben der alten Regierung die Schuld, Andere besagen, dass der Verzicht von Beiträgen aus Gewinneinnahmen ihren Anteil am Defizit haben. So müssen Aktien- oder Immobilienspekulanten keine GKV Beiträge zahlen, jedoch sind die Gewinne in diesem Geschäftsfeld enorm und könnten den Krankenkassen aus der Krise helfen. Zudem können Besserverdiener Beiträge zu den GKV sparen, indem sie in eine private Krankenversicherung wechseln, was viele auch tun. Ein weiterer Aspekt sind die steigenden Ausgaben der Krankenkassen. Die Forschung in neue Medikamente und Behandlungsmethoden werden immer kostenintensiver. Aber auch die Renditen der privaten Krankenhausketten, Pharmaunternehmen und Versicherungen sind enorm hoch und diese werden letztendlich von den Versicherten getragen. Dies bedeutet, dass die Reichen immer reicher werden. Zu diesen Punkten kommt aber auch die Tatsache, dass die Bürger immer häufiger krank werden und behandelt werden müssen. So leiden heutzutage mehr Menschen unter Allergien und anderen körperlichen Beschwerden, die teilweise umweltbedingt hervorgerufen wurden. Dazu kommen teure Behandlungsmöglichkeiten für Krankheiten, die vor einigen Jahren oder Jahrzehnten noch nicht möglich waren.
Welche Alternativen bestehen zu immer höheren Beiträgen?
Ein erster Schritt in Richtung Senkung der GKV Beiträge würde die Berücksichtigung aller Einkommensarten darstellen. Somit müssten auch Aktionäre und andere Unternehmer Beiträge in die Krankenkassen zahlen. In die Grundversorgung sollten alle einzahlen und sich nicht durch private Versicherungen davor drücken können. Als nächstes sollte der Wegfall der Beitragsbemessungsgrenzen erfolgen. Denn wenn die Einkommenshöchstgrenze erreicht wird, bleibt der Beitrag immer gleich. Verdient jemand also das doppelte des Höchstsatzes, geht den gesetzlichen Krankenversicherungen ein halber Beitragssatz verloren. Verdiener von mittlerem Einkommen könnten mit dem Wegfall der Höchstgrenze somit entlastet werden. Hierdurch könnten auch die Praxisgebühr und Zuzahlungen für Medikamente wieder abgeschafft werden. Auch die Bemühungen der Pharmaunternehmen, privaten Krankenhausbesitzer und Versicherungen mit der Gesundheit Gewinne erwirtschaften zu können, sollten unterbunden werden. So dürften diese Unternehmen nur noch kostendeckend arbeiten und die Betreiber könnten nicht mehr in die eigene Tasche wirtschaften. Gemeinsame Initiativen von Gewerkschaften, Arbeitern und Organisationen könnten so die GKV Beiträge langfristig senken.