In den Städten Kamen, Lünen und Hamm hat Zukunft der Telekommunikation schon begonnen: Mit der symbolischen Verbindung zweier Glasfaserkabel, der Übertragung von hochaufgelösten digitalen Fernsehbildern und der Demonstration eines Film-Downloads über das Internet leitete der regionale westfälische Telekommunikationsanbieter HeLi NET unter dem Namen „City 2020“ das Glasfaserzeitalter ein.
Durch das unbegrenzte physikalische Transportvermögen der Glasfaserleitungen kommen die Endnutzer im östlichen Ruhrgebiet nun in den Genuss von ultraschnellen Internetverbindungen mit bis zu 100 Mbit/s, Komfort-Telefonie und hochaufgelösten digitalen Fernsehbildern. City2020-Kunden empfangen dank des Breitbandnetzes 60 digitale und 40 analoge TV-Kanäle sowie 25 Radiosender und sollen zukünftig auch innovative Dienste wie „Video on demand“, den digitalen Spielfilmabruf auf Anfrage, nutzen können. Im September sollen auch die letzten Anschlüsse der Haushalte in den drei Projektgebieten aktiviert werden.
„Dies ist ein entscheidender Meilenstein für uns. City2020 bietet nachhaltige Perspektiven für die Städte Kamen, Lünen und Hamm, mehr Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger und eine deutliche Aufwertung des heimischen Wirtschaftsstandortes“, sagt Thomas Wald, Geschäftsführer des Telekommunikationsanbieters HeLi NET, der das Netz zusammen mit den Stadtwerken in Hamm, Kamen und Lünen realisiert hat. Auch die Regierung hat den offensichtlichen Nutzen der Technologie erkannt und fordert den flächendeckenden Ausbau von weiteren Breitbandnetzen. HeLi NET-Geschäftsführer Thomas Wald sieht City 2020 angesichts dieser Zielsetzungen als bundesweites Musterbeispiel für die erfolgreiche Umsetzung solcher Maßnahmen: „Wir sind der aktuellen politischen Diskussion in der Tat etwas voraus. Der Erfolg des Projekts und unser Know-how haben bundesweit Beachtung gefunden. Darauf sind wir sehr stolz. Viele andere Kommunen und Städte sind von einer solchen Lösung weit entfernt – wir haben sie realisiert.“
Die ersten Erfahrungen mit dem Angebot direkter Glasfaserzugänge zeigen, dass hier offensichtlich ein großes Marktpotential vorliegt. Innerhalb des zehnwöchigen Vermarktungszeitraums konnte HeLi NET eine Absatzquote von fast vierzig Prozent erzielen und die ohnehin hohen Anfangserwartungen um 100 Prozent übertreffen. City 2020 gilt inzwischen sogar als bundesweites Vorzeigeprojekt.
Die größten Umsätze erwarten die Betreiber indes durch die Öffnung ihres Hochleistungsnetzes für andere Anbieter wie Arcor oder T-Com. „Wir haben uns von vornherein bewusst für ein so genanntes Open-Access-Netz entscheiden, weil das für alle Seiten die beste und zukunftsfähigste Lösung ist“, so Thomas Wald. Damit hat der vergleichsweise kleine Netzbetreiber einen Weg eingeschlagen, der Schule machen dürfte: „Wir setzen darauf, dass weitere Dienstanbieter unser Breitbandnetz nutzen und weitere innovative Dienste zur Verfügung stellen.“
Während HeLi NET den stetigen Ausbau ihres Zukunftsprojekts „City2020“ weiter vorantreibt, geht Geschäftsführer Wald davon aus, dass auch andere Anbieter bald nachziehen müssen: „Das alte Netz ist eine Sackgasse. Und darauf müssen wir schnell reagieren, sonst verlieren wir den Anschluss.“
| City2020: Ein Anschluss für Digital-TV, Internet und Telefon
Bisher sind mehrere Netze bzw. Leitungs-Zugänge nötig um fernzusehen, zu telefonieren und im Internet zu surfen. Und jeder dieser für bestimmte Dienstleistungen spezialisierte Leitungs-Zugang hat klare physikalische Grenzen, kann also nicht jede beliebige Datenmenge in der vom Kunden gewünschten Verbindungsqualität transportieren. |