Glücksforschung: Von der Lachforschung und Medi-Clowns

Lachen ist gesund - das ist nicht nur eine Volksweisheit, sondern sogar wissenschaftlich bewiesen. Der Lachforschung, Zweig der Glücksforschung, sei Dank!


Dass Lachen die Stimmung hebt, ist klar. Doch es hat außerdem großen Einfluss auf unsere Gesundheit. Die Glücksforschung, genauer gesagt die Gelotologie, also die Lachforschung, befasst sich mit den positiven Auswirkungen des Lachens.

Die Anfänge der Gelotologie
In Sache Lachforschung begann alles mit Norman Cousins, einem Wissenschaftsjournalisten. Dieser hatte eine eigene Lachtherapie entwickelt, durch die er sich selbst von einer chronisch entzündeten Wirbelsäule heilte. Um seine Heilung anzukurbeln, verschrieb er sich Komödien ohne Ende und ließ sich lustige Bücher vorlesen – schon nach zehn Minuten ließen die Schmerzen nach. Seine Erlebnisse schrieb er in der Autobiografie „Der Arzt in uns selbst“ nieder. Von diesen Erfahrungen dermaßen beeindruckt, gründete William Fry 1964 ein Institut für Hormonforschung und untersuchte Cousins Heilung durch Lachen.
Seit den siebziger Jahren gibt es auch spezielle Lachforscher, sogenannte Gelotologen. Der Begriff leitet sich von dem griechischen Wort für Gelächter „gelos“ ab. Diese Ärzte haben wissenschaftliche Belege für die heilende Wirkung des Lachens geliefert.

„Patch“ Adams – mehr als nur ein Kinofilm
Viel praktischer ging es da Dr. Hunter „Patch“ Adams an. Er hat in den siebziger Jahren herausgefunden, wie sich Lachen auf unsere Gesundheit auswirkt: Kranke scheinen schneller zu genesen, wenn sie viel lachen. Deshalb setzt er in seiner Behandlung auf ungewöhnliche Methoden:
Er verkleidet sich als Clown, wenn er mit seinen Patienten, insbesondere Kindern, spricht. In Arlington, in Virginia, hat er sogar sein eigenes Humorkrankenhaus gegründet: das „Gesundheit! Institute“. Tabus bezüglich Tod oder Krankheit sind ihm fremd, er verkleidet sich bei Todkranken auch schonmal als Engel – doch der Erfolg gibt ihm recht. Seine Methoden haben mittlerweile auch ihren Weg nach Deutschland gefunden. Sogenannte Medi-Clowns finden sich auch in Krankenhäusern hierzulande. Das Ziel ist klar: Die kranken Kinder sollen durch die Methoden der Glücksforschung abgelenkt werden, endlich wird mal nicht über die Krankheit geredet – außer die Kleinen wollen es so.
1999 wurde die Erfolgsgeschichte von „Patch“ Adams verfilmt. Gespielt wurde der Arzt mit dem großen Herzen und den noch größeren Schuhen von Robin Williams.

Lach-Yoga
Dr. Madan Kataria hat das Lach-Yoga (Hasya-Yoga) erfunden, inklusive verschiedener Atem-, aber auch Dehn- und Streckübungen. Das Ziel: das Lachen soll sich verselbstständigen. Er gründete den ersten Lachclub der Welt in Bombay, Ableger gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt. Es handelt sich um eine Lach-Therapie: Gemeinsam wird etwa 20 Minuten gelacht. Alles beginnt mit dem Begrüßungslachen. Danach kommen die verschiedensten Lacharten zum Einsatz – von herzlich über summend oder still bis wohlwollend oder aufschwingend. Besonders lustig klingt das Löwenlachen: Hierbei wird die Zunge weit herausgestreckt, das Lachen kommt direkt aus dem Bauch heraus, die Hände werden zu Pranken...
Auch in Deutschland gibt es Lachclubs. Unter anderem in Hamburg, Frankfurt, Dresden, Berlin, Bonn, Düsseldorf aber auch in vielen kleineren Städten trifft man sich zum gemeinsamen Kichern. Informationen gibt es bei der Deutschen Lachbewegung.