Glücksstrategien: Achtsamkeitsübungen

Glück ist lernbar. Eine Strategie ist das Erlernen von Achtsamkeitsübungen.


In vielen Religionen ist das Prinzip der Achtsamkeit ein wichtiges Element. Im Zen-Buddhismus beispielsweise ist es das zentrale Thema. Aber was versteht man unter dem Modewort „Achtsamkeit“ überhaupt? Es heißt eigentlich nichts anderes als im Hier und Jetzt zu leben. So einfach ist das, werden Sie sagen. Aber, um richtig im Augenblick leben zu können, gehört viel Übung dazu. Das gilt besonders für Menschen, die sich in einem Strom aus Gedanken und Gefühlen verlieren und hoffen, warten, planen, sich erinnern anstatt den Moment zu genießen.

Jeder kann achtsam sein
Achtsam sein, heißt unabhängig von der Außenwelt zu leben und wahrzunehmen ohne zu urteilen. Grundsätzlich kann jeder achtsam sein, auch ohne den Himalaya zu erklimmen oder teure Selbstfindungsseminare besuchen zu müssen. Es bedarf lediglich vier Voraussetzungen. Lassen Sie sich nicht durch Grübeleien, Sorgen oder Zukunftspläne ablenken. Seien Sie in der Lage, die Perspektive zu wechseln (Reframing), bleiben Sie neutral und erlernen Sie die Überbewusstheit. Letzteres bedeutet, dass Sie nicht einfach die Dinge tun, die Sie immer tun, sondern sich jeder einzelnen Handlung bewusst sind. Wer täglich routiniert sein Programm abspult, ist wenig achtsam.

Übung macht den Meister
Schon kleine Achtsamkeitsübungen können diese stärken. Damit die Achtsamkeit aber auch Bestand hat und tiefgehend bleibt, sollte regelmäßig geübt werden. Und diese Beständigkeit kann sich sogar auszahlen. Viele Studien belegen den gesundheitsförderlichen Aspekt der Achtsamkeitsübungen. Vor allem Beschwerden, die auch psychisch bedingt sind, etwa chronische Schmerzen oder Hautkrankheiten, profitieren merklich. Auch immer mehr Psychologen setzen auf das Training der Achtsamkeit.
Um für sich selbst zu mehr Achtsamkeit zu gelangen, sollten Sie einer Methode der Meditation oder Stresstherapie zuwenden, besonders geeignet sind die Vipassana Meditation und die Mindfulness Based Stress Reduction.

Kleine Übungen für zwischendurch
Wenn Sie jetzt glauben, dass man für ein Achtsamkeitstraining viel Zeit mitbringen muss, liegen Sie falsch. Bereits in den kleinen Momenten des Alltags bietet sich Ihnen die Gelegenheit, achtsam zu sein. Sie stehen im Stau? Anstatt wütend zu werden, schließen Sie die Augen und hören in sich hinein. Welche Geräusche nehmen Sie wahr, fühlen Sie den Autositz unter sich, wie die Sonne auf Ihren Augäpfeln kitzelt oder welche Gerüche sich im Autoinneren ausgebreitet haben.

Achtsam gehen
Anstatt eine Station mit dem Bus zu fahren, sollten Sie zu Fuß gehen, denn auch bei einem Spaziergang lässt sich Achtsamkeit üben. Gehen Sie ganz in der Tätigkeit des Gehens auf. Spüren Sie, wie sich ein Fuß vor den anderen setzt. Nehmen Sie den eigenen Gehrhythmus wahr und passen Sie ihn der Atmung an. Nehmen Sie alles um sich herum bewusst wahr, ohne darüber nachzudenken. Werden Sie zum Abenteurer in Ihrer gewohnten Umgebung.

Mit allen Sinnen leben
Unser Denken und Fühlen wird vom allzu dominanten Sehsinn beherrscht. Trainieren Sie Ihre anderen Sinne und werden Sie unabhängig von Ihren Augen. Schließen Sie die Augen und hören und fühlen sie in sich hinein. Was riechen Sie, welche Geräusche sind um Sie herum? Spüren Sie einen Windhauch auf der Haut? Schmecken Sie etwas im Mund?