GMP Zertifikat: Internationaler Standard für Kosmetik

Hersteller von Kosmetikartikeln sind gesetzlich verpflichtet, nach den Standards der Europäischen Union zu arbeiten, diese sind in der EG-Kosmetikverordnung und dem GMP Zertifikat festgelegt.


Hierzu gehört auch die GMP-gerechte Herstellung, die in den "Kosmetik-GMP-Richtlinien über Gute Herstellungspraktiken" in der ISO-Norm 22716 beschrieben ist. Den Nachweis hierfür kann das Unternehmen selbst erbringen und durch ein GMP Zertifikat bestätigen lassen. Dieses findet auf nationaler und internationaler Ebene schon seit Jahren in der Kosmetikindustrie Verwendung.

Allgemeines
GMP ist die Abkürzung für Good Manufacturing Practice, was übersetzt Gute Herstellpraxis bedeutet. Hiermit gemeint sind Richtlinien, die ein Produzent bei der Herstellung von Kosmetika einhalten muss. Diese Regeln finden auch Anwendung in der Arznei-, der Lebens- und Futtermittelbranche. Sie dienen dazu, die Gesundheit der Verbraucher zu schützen. Im Wesentlichen soll durch die GMP Richtlinien sichergestellt werden, dass Kosmetikartikel durch den Einsatz von qualifiziertem Personal in geeigneten Räumen und an geeigneten Produktionsanlagen in gleichbleibender Qualität hergestellt werden.

Die Anforderungen
Die Produktions- und Lagerräume müssen sauber und hygienisch einwandfrei sein. Ebenso sind Maschinen und Behälter vor Verunreinigungen zu schützen und regelmäßig zu reinigen. Vor allem Behälter mit Rohstoffen müssen gekennzeichnet sein, um eine Verwechslung auszuschließen. Mess- und Kontrollgeräte müssen in regelmäßigen Abständen kalibriert und gewartet werden. Rohstoffe müssen von gleichbleibender Qualität sein. Ein GMP Zertifikat des Rohstofflieferanten gewährleistet dies, wobei es für den Import aus Staaten außerhalb der Europäischen Union sogar vorgeschrieben ist.
Wichtig ist auch die Dokumentation der betrieblichen Abläufe. In ihr werden die Produktionsverfahren, Rezepturen und Herstellanweisungen, Protokolle der Herstellung, Abfüllung und Qualitätskontrolle, Personalschulungen, Verantwortlichkeiten und Weiteres festgehalten. Auf diese Weise kann auch bei jedem Produkt zurückverfolgt werden, welche Rohstoffe von welchem Lieferanten verwendet wurden, um bei Problemen schnellstmöglich reagieren zu können. Für diesen Zweck verbleiben auch Rückhaltemuster jeder Produktcharge beim Produzenten, um sie gegebenenfalls untersuchen zu können.

Das GMP Zertifikat
Eine detaillierte Liste aller Voraussetzungen für die Ausstellung eines GMP Zertifikats findet sich in der "Kosmetik-GMP – Die Norm DIN EN ISO 22716". Sie ist unter anderem auch über den Industrieverband Körperpflege und Waschmittel e. V. erhältlich. Einige Beratungsunternehmen haben sich auf die Beratung und das Qualitätsmanagement der kosmetischen Industrie spezialisiert, sie prüfen Unternehmen und stellen gegebenenfalls das GMP Zertifikat aus.