Goldene Schnitt: Die richtige Proportion finden

Das euklidische Teilungsverhältnis – Der Goldene Schnitt als Streckenverhältnis der idealen Proportionen in unserer Kultur.


Euklid, der ein griechischer Mathematiker war, ist bei einer Untersuchung der fünf platonischen Körper (Tetraeder, Hexaeder, Oktaeder, Dodekaeder, Ikosaeder) auf eine außergewöhnliche immer wiederkehrende Teilung gestoßen, welche er in seinen Schriften als „propertio habens medium et duo extrema – die Teilung im äußeren und mittleren Verhältnis“ bezeichnet. Erst im 19. Jahrhundert bekam dieses euklidische Teilungsverhältnis, wegen seiner besonderen ästhetische Wirkung in Kunst und Natur den Namen Goldener Schnitt. Der Goldene Schnitt ist mathematisch gesehen nicht nur ein Teilungsverhältnis, sondern beschreibt auch ein Streckenverhältnis, das in der Kunst, Architektur oder generell in der Gesellschaft als harmonisch und ästhetisch empfunden wird. Es stellt in der Kultur die ideale Proportion dar, welche sich auch in der Natur wiederfinden lässt, wie zum Beispiel im Efeublatt, der Biene, dem Pferd oder dem Menschen.

Das Streckenverhältnis lässt sich folgendermaßen beschreiben
Zwei Strecken, welche in einem Phi-Verhältnis zueinander stehen, das heißt in einem Verhältnis von 1,618033989 beziehungsweise 1,618 unterliegen dem Goldenen Schnitt, weil die längere Teilstrecke (Major [M]) im Verhältnis von 1,618 zur kürzeren Teilstrecke (Minor [m]) steht, wie auch die längere Teilstrecke sich proportional zur Gesamtstrecke (Minor und Major zusammengenommen) verhält. Das ganze formalisiert: AM (Major)/ Bm (Minor) = AB (Gesamtstrecke)/ AM. Vereinfacht ausgedrückt: der Goldene Schnitt teilt ein Bild ungefähr in einem Verhältnis von 2/3 und erzeugt in den Augen des Betrachters eine Suggestion von Harmonie. Dies passiert, weil die asymmetrischen Teilstrecken im Verhältnis zueinander als Proportion, symmetrisch wirken.

Die Asymmetrie als die richtige und wohlempfundene Proportion in der Gesellschaft
Der Goldene Schnitt wird auch meist mit dem Ausdruck göttliche Proportion gleichgesetzt, weil die Gleichheit der Proportionen ein Bild von Vollkommenheit erweckt. Das asymmetrische Verhältnis der Teilstrecken zueinander verleihen den Gegenständen, Tieren, Bildern, aber auch Menschen nicht nur eine harmonische Suggestion, sondern auch ein ästhetisches und gesünderes Erscheinungsbild. Ein gutes Beispiel, inwiefern der Goldene Schnitt noch in unserer heutige Gesellschaft Anwendung findet, ist die Fotomontage. Dort werden die meisten abgelichteten Models den Goldenen Schnitt angepasst, damit sie ein gesünderes Erscheinungsbild erzielen und für den Konsumenten ästhetisch ansprechend wirken.