Goldschatz: Die Legende um den Schatz des Priamos

Der legendäre Fund lässt die Spekulationen um den Goldschatz aus Troja nicht verstummen.


Der Schatz des Priamus wurde 1873 in Troja vom deutschen Ausgräber Heinrich Schliemann entdeckt und nach Deutschland gebrachtt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Goldschatz lange Zeit verschollen und ist derzeit im Puschkin-Museum in Moskau aufbewahrt.

Der legendäre Fund gibt bis heute Rätsel auf
Dieser atemberaubende Goldschatz beinhaltet mehr als 8.000 Gegenstände aus antikem Schmuck und zahlreiche Gefäße aus Gold. Als Schliemann 1873 den Fund entdeckte, stand für ihn fest, dass dies der Schatz des legendären Königs Priamos sein musste. Die Kritiker unter den Gelehrtenkollegen behaupteten, dass es sich hierbei nicht um einen einzigen Fund handle, sondern dass der Schatz aus verschiedenen Funden zusammengestellt sei. Andere meinten sogar, dass es sich komplett um eine Fälschung handelt. Noch zu Schliemanns Lebzeiten wurde allerdings festgestellt, dass der Schatz einem rund 1.000 Jahre älteren Herrscher gehört haben musste. Die Bezeichnung als Schatz des Priamos blieb erhalten. Eine genauere Untersuchung des Fundes, um seine Zusammensetzung und damit seine genaue Herkunft zu bestimmen, war bisher jedoch noch nicht möglich.

Die aufregende Reise eines spektakulären Fundes
Schliemann hatte anfangs den Fund verheimlicht, ihn nach Deutschland geschmuggelt und damit gegen die Grabungslizenzen verstoßen. Nach einigen Streitigkeiten und einer Ablösesumme an die Türkei war Schliemann schließlich der offizielle Eigentümer des Fundes. Schliemann hatte jedoch erhebliche Schwierigkeiten, einen passenden Ausstellungsort zu finden. In London schließlich feierte 1877 die Ausstellung einen triumphalen Erfolg. Fünf Jahre später kam der Goldschatz nach Berlin und Schliemann machte ihn dem deutschen Volk zum Geschenk. Im Laufe der Jahrzehnte wechselten die Ausstellungsorte mehrfach innerhalb Berlins. Als Berlin 1945 kurz vor der Eroberung stand, verpackte man den Schatz in Kisten und deponierte diese im Flak-Bunker. Als die Rote Armee den Bunker eroberte und somit auch in den Besitz des Goldschatzes kam, war der Schatz von nun an fast 50 Jahre lang verschollen. Russland bestritt anfangs den Besitz der Schliemann-Funde, über deren Rückgabe seit 1990 heftig verhandelt wurde. Erst als Präsident Jelzin bei einem Staatsbesuch in Griechenland 1993 die Ausstellung des Schatzes anbot, musste sich Russland zu dessen Besitz bekennen. Ein Jahr später konnte ein Team deutscher Wissenschaftler erstmals in das Moskauer Puschkin-Museum. Russland verweigert weiterhin hartnäckig eine Rückgabe des Schatzes. Seit das russische Parlament den Schatz des Priamos zum ständigen Eigentum Russlands erklärte, ist der trojanische Goldschatz für immer unerreichbar geblieben.