Graues Haar: Ewiger Kampf gegen das Älterwerden

Spätestens, wenn wir das erste graue Haar entdecken, wissen wir, dass wir alt werden. Sollen wir unser Schicksal akezptieren oder graues Haar verstecken?


Für viele Frauen ist dies ein Alptraum, wie er im Buche steht: Wir sind frisch geduscht, die Haare wurden geföhnt und nun soll sich das Styling anschließen. Aber Moment: Was ist das? Inmitten der brünetten Haarpracht hat sich ein einzelnes graues Haar verirrt. Die Kurzschlussreaktion ist meist folgende: Mit einem energischen Ziehen wird das verräterische Haar schnell heraus gezupft und ist verschwunden, zumindest, bis zum nächsten Graue-Haare-Morgen.

Graues Haar: Untrügliches Zeichen für das Alter
Dieser Moment, in dem wir das erste graue Haar entdecken, prägt sich unwiderruflich in unser Gedächtnis ein, denn es ist der erste Tag auf dem langen Weg zum Älterwerden. Was wir bisher nicht wahrhaben wollten, ist nicht mehr zu leugnen: Auch an uns geht der Zahn der Zeit nicht spurlos vorüber. Fast wie gestern schien es, als wir unseren ersten Lockenstab gekauft, zum ersten Mal den Friseur weinend verlassen oder unseren Haarschnitt nach einer Trennung radikal verändert haben.

Mythos Graues Haar
Eines gleich vorweg: Das graue Haar gibt es nicht. Vielmehr ist es so etwas wie eine optische Täuschung. Wenn sich voll pigmentierte und pigmentlose Haare auf dem Kopf mischen, entsteht der Eindruck von Grau. Haare sind entweder farblos oder weiß. Doch wie kommt es zu grauen Haaren? Der Ursprung ist in den Haarwurzeln zu finden. Hier befinden sich die Zellen, die für die Produktion des Pigments Melanin verantwortlich sind. Man nennt diese Zellen Melanozyten. Im Laufe des Älterwerdens stellen sie die Bildung des Pigments immer weiter ein, bis sie schließlich gänzlich inaktiv sind. Wenn keinerlei pigmentierte Haare mehr vorhanden sind, ist der Haarschopf weiß.
Je nach erblicher Veranlagung treten die ersten farblosen oder weißen Haare zwischen 20 und 30 auf, manchmal beginnt der Prozess auch bereits mit 15 Jahren. Einige wenige haben ihr Leben lang ihre Naturhaarfarbe.

Der Gilb-Effekt
Zum berühmt berüchtigten Gilb-Effekt kommt es, wenn schon relativ viele weiße Haare vorhanden sind. Ursprung für den unschönen Gelbstich sind die freien Radikale, die in Form aggressiver Sauerstoffmoleküle das Haar schädigen. Die kleinen Teilchen zerstören bestimmte Aminosäuren im Haar und lassen es so gelb aussehen. Gewisse äußere Einflüsse begünstigen diese Entwicklung, etwa starke Sonneneinstrahlung, Chlorwasser oder Haarpflegeprodukte mit Kamille. Mithilfe spezieller Anti-Gilb-Produkte lässt sich der Gelbstich unsichtbar machen, von Dauer ist der Effekt allerdings nicht. Silbershampoos und Silbersprays enthalten blaue Farbpigmente, denn Blau neutralisiert das Gelb der Haare.