Das Grillen als modernes Hobby erfreut sich heutzutage großer Beliebtheit. Doch, wer meint, wir modernen Menschen hätten das Grillen als ultimative Freizeitbeschäftigung allein für uns entdeckt – der hat sich getäuscht. Zwar wurde in der Steinzeit Grillen sicherlich anders genannt, doch schon unsere Vorfahren die Neandertaler grillten nach einer ausgiebigen Jagd ihren saftigen Wildschweinbraten.
So fühlen sich die meisten Männer auch heute noch heute als Könige des Grillterrains, obgleich die moderne Beute in Frischhaltefolie verpackt gemütlich im Regal des Supermarktes darauf lauert, von den furchteinflößenden Jägern erlegt zu werden.
Luxusgut Fleisch
In der wilden Urzeit bevorzugten Menschen zum Grillfest den Verzehr von Mammuts und Nashörnern. In Ägypten dagegen bot die Speisekarte der reichen Oberschicht als Spezialität das Fleisch von Krokodilen und Hyänen an. Das Grillen galt damals als ein Luxus, der nur der privilegierten Elite vorbehalten war. Bis ins 19. Jahrhundert blieb der Verzehr von Fleisch den einfachen Menschen versagt und galt als ganz besonderes Mahl, während bei der Oberschicht die Tafeln vom Ferkel bis hin zum Lamm und Wildschweinbraten aus allen Nähten platzten.
BBQ made in USA
Dagegen hatten es die Erfinder des Barbecue in Amerika erheblich besser. Der Begriff BBQ wird heute synonym zum Ausdruck Grillen verwendet, obwohl sich die US-Amerikanische Art zu Grillen von unserer leicht unterscheidet. Seit dem 17. Jahrhundert feierten die Einwanderer in Amerika Barbecue-Feste, bei denen sie auf gehacktem Holz über mehrere Stunden riesige Fleischstücke vom Schwein oder Rind grillen. Das Besondere ist, dass die Steaks durch die lange Garzeit innen besonders saftig bleiben, von außen aber eine köstliche Knusperschicht annehmen.
Grillen weltweit
In Russland gibt es den berühmten Schaschlik-Spieß. Mehrere kleinere Fleischstücke werden samt Gurken und Zwiebeln aufgespießt und in einer Marinade aus Senf, Essig, Salz und Pfeffer eingelegt. Dann geht’s meist in die freie Natur hinaus, wo auf einem selbst gemachten Grill der Schaschlik gegrillt und dann genüsslich mit Wodka verspeist wird.
Ähnlich wird auch in Armenien das Grillen zelebriert, nur dass dort traditionell Lammfleisch in Joghurt eingelegt wird, welches dann einen besonders zarten und aromatischen Geschmack entfaltet. Bei einer armenischen Grillfeier darf kein Gemüse fehlen. Am liebsten garen die Armenier Paprika, Auberginen und Tomaten. Daraus wird dann ein Salat gezaubert, der zusammen mit Petersilie in ein Fladenbrot gepackt und geschlemmt wird.
Im Süden von Afrika dagegen leben die ultimativen Grillliebhaber, denn dort wird bei jedem Anlass gegrillt. Sogar die Fleischer wetteifern um die beste Kreation der Grillwurst, der sie mit Koriander und Schwarzem Pfeffer, sowie anderen streng geheimen Zutaten einen einzigartigen Geschmack verleihen.
Die Japaner grillen schon zum Frühstück auf einem Gaskocher in den eigenen vier Wänden Fisch. Eine japanische Spezialität ist auch das Grillen eines so genannten Teriyaki-Steaks aus zartem Strauß- und Rindfleisch. Diese wird für einen Tag in einer Marinade aus Ingwer, Sojasauce, Reiswein und Knoblauch eingelagert. Das Fleisch wird dann von jeder Seite etwa 5 Minuten gegrillt und fertig ist das unvergleichlich zart aromatische Steak á la Japanese.
Wo man auch hinschaut – Alle Welt grillt sich satt und daher heißt die neue internationale Passion der zweibeinigen Spezies: Nichts wie raus in die Natur und auf zum großen Grillvergnügen!