Grippe - Schutz und Impfung

Die Virusgrippe (Influenza) ist hoch ansteckend. Der Viruserreger kann neben der Infektion auch Lungen- und andere Entzündungen verursachen. Stark gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem


Die hoch ansteckende Virusgrippe (Influenza) fordert weltweit jährlich, so schätzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), zwischen 250.000 und 500.000 Todesopfer. Der Viruserreger kann neben der Infektion mit dem Virus selbst Lungen- und andere Entzündungen nach sich ziehen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, wie ältere Menschen ab 60 Jahren.

 

Impfung für alle
Gerade für diese Bevölkerungsgruppe empfiehlt sich eine Grippeschutzimpfung. Auch für Menschen, die besonders viel mit anderen Menschen in Kontakt treten, wie zum Beispiel Krankenschwestern, Fahrkartenkontrolleure und Lehrer, sollten sich auf jeden Fall schützen.

 

Jedes Jahr ein neuer Virustyp
Jahr für Jahr bilden sich neue Typen von Grippeviren. Dies geschieht meistens in der Form, dass zwei verschiedene Virus Typen einen Menschen befallen und dort dann Teile ihrer Erbinformation (DNS) untereinander austauschen. Die Herstellung des Impfstoffs ist nicht kompliziert. Bis heute werden die Grippe Erreger in befruchtete Hühnereier eingepflanzt und vermehren sich dort. Anschließend werden die Erreger aus den Eiern herausgeholt und durch chemische Substanzen unschädlich gemacht. Für die Impfung sind lediglich die Eiweißhüllen der Erreger notwendig. So wird der Körper praktisch mit dem Erreger vertraut gemacht und kann im Falle einer Infektion besonders schnell Antikörper produzieren. Für Deutschland bedeutet dies, dass Jahr für Jahr knapp 20 Millionen Eier für 20 Millionen Grippe-Impfung Dosen bereitgestellt werden müssen.

Die WHO untersucht jeweils zu Beginn jeden Jahres, welche neuen Grippeviren aufgetreten sind und welche für eine Schutzimpfung herangezüchtet werden sollten. So bleibt genügend Zeit zur Züchtung der Viren und zur anschließenden Herstellung des Impfstoffes. In der Regel sind dies die Monate Februar bis September, in denen der Impfstoff für die kommende “Grippe Wintersaison” gezüchtet wird. Ab September wird dann in den zuständigen Instituten und von Ärzten geimpft.

 

Neues Verfahren
Ein neues, von der WHO jedoch bisher nicht zugelassenes Verfahren, ermöglicht es, Grippeviren in großen Stahlbehältern zu züchten. Dabei werden Zellkulturen aus Hundenieren als Brutkörper benutzt. Diese Zellkulturen sind am längsten haltbar und eignen sich daher am besten als Zellkulturmedium. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass durch die Züchtung in bis zu 2.500 Liter großen sterilen Stahlgefäßen in kürzerer Zeit wesentlich mehr Impfstoff produziert werden kann, als mit der konventionellen Methode. Für die Herstellung eines Impfstoffes gegen einen neuen Grippeerreger würde dies zum Beispiel bedeuten, dass die Herstellung eines neuen Impfstoffes rund drei Monate schneller gehen würde, als durch die Ausbrütung in Eiern. Gerade wenn es um die Verhinderung der Ausbreitung einer aggressiven Grippe (Pandemie) geht, wäre dies ein bemerkenswerter Zeitvorsprung.

Bisher traten drei Pandemien (weltweite Grippewellen) auf. Die wohl verheerendste, die Spanische Grippe, gab es zwischen 1918 und 1919. Sie forderte mindestens 20 Millionen Todesopfer.