Gründe für das nicht stillen

Keine Mutter sollte sich dafür verteidigen müssen, dass sie ihr Kind nicht stillen möchte.


Es ist die vielleicht schwerste Entscheidung, die eine Mutter treffen muss. Soll das Kind gestillt werden oder nicht? Leider finden werdende Mütter kaum objektive Informationen, die ihnen bei der Entscheidungsfindung behilflich sind. So werden Frauen, die sich bewusst entschließen, nach der Geburt nicht zu stillen zu Rabenmüttern erklärt, die das Wohl ihres Kindes aufs Spiel setzen. Bereits in der Schwangerschaft sollten sich Frauen darüber bewusst werden, ob sie ihr Kind natürlich oder mit Ersatzprodukten ernähren wollen. Hebammen, der Partner, Stillberaterinnen, eventuell auch Freundinnen, die bereits gestillt haben, sollten bei dem Entscheidungsprozess helfend und mit Ratschlägen zur Seite stehen.
 
Gründe, nicht zu stillen
Frauen, die nicht stillen möchten, führen viele verschiedene Gründe dafür an. Die Angst vor der Einschränkung aller Lebensbereiche steht dabei an vorderster Stelle. Der Arbeitgeber erwartet eine engagierte Mitarbeiterin, der Partner sieht vielleicht die erotische Anziehungskraft des weiblichsten aller Körperteile schwinden, wenn sich das Baby plötzlich von ihr ernährt und auch die Ästhetik der Brust darf nicht vergessen werden. Viele Frauen waren nach dem Abstillen negativ von den neuen (kleineren) Ausmaßen der Brust überrascht.
Aber einer der Hauptgründe, warum sich Frauen gegen das Stillen entscheiden, ist der Wunsch nach (körperlicher) Unabhängigkeit. Die zeitliche Bindung an das Kind verlangt von Müttern einen hohen Tribut. Auch die Änderung der Ernährungsgewohnheiten bedeutet in vielen Fällen einen recht großen Einschnitt in das eigene Leben. Eine solche Einschränkung wird manchmal als zu große Belastung und Anstrengung empfunden.
 
Stillen wollen
Frauen, die stillen möchten, sollten dies aus eigenem Antrieb wollen und nicht aus falsch verstandener Rücksichtnahme auf gesellschaftliche Vorgaben. Wenn Sie nicht stillen möchten und dies trotzdem tun, ist das meist eine schlechte Voraussetzung. Dennoch versuchen viele Frauen trotz großer persönlicher Vorbehalte, ihr Kind an der Brust zu ernähren. Abfällige Bemerkungen oder der Druck der Öffentlichkeit verunsichern besonders junge Mütter sehr stark. Wenn diese nun doch versuchen zu stillen, sind diese Anstrengungen selten von Erfolg gekrönt. Halbherzige Bemühungen nützen weder dem Kind noch der Mutter etwas und sollten daher vermieden werden.
 
Erfolgreiches Stillen entsteht im Kopf
Umfragen ergeben immer wieder, dass ein Großteil der Frauen – man geht von etwa 90 Prozent aus – stillen möchte. Dennoch empfinden viele von ihnen, wenn es so weit ist, große Angst und zweifeln an ihren naturgegebenen Fähigkeiten. Die Sehnsucht, den Nachwuchs zu stillen, ist zwar häufig recht groß, doch auch die Unsicherheit entmutigt viele. Frauen sollten sich immer bewusst machen, dass Stillen immer im Kopf entsteht. Erst, wenn hier die Bereitschaft vorhanden ist, ist der Grundstein für eine erfolgreiche Brusternährung gelegt. Auch die Tatsache, dass die Stillzeit viel Kraft – sowohl körperlich als auch psychisch – verlangt, sollen sich Frauen immer wieder vor Augen führen. Wenn man beispielsweise beruflich stark eingespannt ist, sollte immer versucht werden, mit dem Arbeitgeber eine für beide Seiten angemessene Lösung zu finden.