Grüne Kraftpakete: Sprossen und Keime

Sprossen und Keime sind nicht nur gesund sondern auch äußerst lecker. Und das beste: Sie können sie selbst heranziehen.


Obwohl in Asien schon seit mehreren tausend Jahren bekannt und beliebt, entdeckt man bei uns erst seit einigen Jahren allmählich den Gesundheitswert verschiedener Sprossen und Keime. Auch die eigentliche Entdeckung der zarten Pflänzchen als Lebensmittel ist mehr einem Zufall zu verdanken. Einer chinesischen Legende nach entdeckte ein hungriger Seefahrer, dass man Sprossen essen kann. An Bord des betreffenden Schiffes waren Sojabohnen, die bereits zu keimen begonnen hatten. Die hungrigen Männer aßen die Sprossen und kamen schnell wieder zu Kräften.

Grüne Sonnenenergie

  • Damit Sprossen zu den Nährstoff-Wundern werden können, als die sie bekannt sind, brauchen sie jede Menge Kraft und Energie. Nachdem die Pflänzchen den harten Erdboden durchbrochen haben, ändert sich der Stoffwechsel, damit sie die Sonnenenergie für ihr Wachstum nutzen können.
  • Während des langsamen Keimvorgangs finden im Inneren der Pflanze bestimmte Prozesse statt, die den Nährstoffgehalt drastisch ansteigen lassen. Aus Samen entwickeln sich zunächst Keimlinge. Wenn sich kleine grüne Blättchen zeigen, nennt man die Jungpflanzen Sprossen.

Gesundes Innenleben durch Sprossen und Keimlinge

  • Was macht die kleinen Pflänzchen nun so wertvoll für unsere Ernährung? Neben einer Vielzahl an unterschiedlichsten Vitaminen – besonders C-, B- und E-Vitamine sind zu finden –, sind sie vollgepackt mit hochwertigen Eiweißen und wichtigen pflanzlichen Fetten.
  • Darüber hinaus enthalten sie verdauungsfördernde Ballaststoffe und eine Fülle an wertvollen Mineralstoffen, etwa Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesium, Zink und Eisen. Einige der Nährstoffe sind bereits im Samen enthalten, andere werden erst zu einem späteren Zeitpunkt gebildet.

Geschmacksvielfalt vom Fensterbrett

  • Sprossen und Keime sind in ihrer Geschmacksvielfalt äußerst beeindruckend. Von süßlich zu nussig hin zu brennend scharf findet man alle Varianten und so lässt sich die Ernährung ordentlich aufpeppen. Die süssen Keimlinge von Weizen, Gerste und Hafer eignen sich beispielsweise als Müsli-Zusatz oder im Obstkuchen. Die nussig daherkommenden Leinsamenkeime passen wunderbar zu Aufläufen und Gemüsegerichten.
  • Vorsicht ist bei Radieschen, Senf und Rettich geboten, denn die kleinen Sprossen sind sehr scharf, können aber faden Eintöpfen und langweiligen Salaten den letzten Pfiff verleihen. Bockshornkleekeimlinge schließlich sind eine gute Ergänzung zu orientalischen Gerichten. Werden die Sprossen in warmen Gerichten verwendet, sollte man sie erst hinzugeben, wenn der Kochvorgang abgeschlossen ist, damit alle Vitamine erhalten bleiben.

Geeignete Samen zum Keimen

Damit auch Sie immer eine frische und vor allem natürliche Gemüsealternative zuhause haben, sollten Sie nach folgenden Samen Ausschau halten. Sie können aus Ihrem Fensterbrett eine wachsende Vitaminfabrik machen (Keime und Sprossen selbst züchten).

  • Alfalfa
  • Bockshornklee
  • Broccoli
  • Kresse
  • Leinsamen
  • Linsen
  • Mungobohnen
  • Radieschen
  • Rettich
  • Rotklee
  • Senf
  • Sonnenblumen
  • Weizen