Grüne Liga - ,,Netzwerk ökologischer Bewegungen\"

Die Grüne Liga stammt aus der ehemaligen DDR und beschäftigt sich vorrangig, aber nicht nur mit Umweltthemen.


Die Grüne Liga ist ein Netzwerk für ökologische Bewegungen in der ehemaligen DDR. Seit 1980 schlossen sich engagierte Bürger zunächst lose zusammen, um sich aktiv für Umweltschutz einzusetzen und forderten vom Staat die Offenlegung von Umweltdaten. Die Hauptthemen sind bei dieser Organisation im Umweltbereich anzusiedeln. Da die Grüne Liga jedoch aus vielen kleinen selbstständig arbeitenden Gruppen besteht, werden auch weitere Themen, wie Soziales, Frieden und Wirtschaft in die Arbeit einbezogen.

Der Weg zum organisierten Umweltschutz
Erst nach der Wende, Anfang 1990, wurde die Grüne Liga offiziell gegründet und die Mitglieder organisierten sich. Vorher war dies schwer möglich, da die Regierung aktiven Umweltschutz stets kritisch beobachtet und erschwert hatte. Mit dieser Organisation sollten alle kleineren und verstreuten ostdeutschen Umweltorganisationen für eine bessere Zusammenarbeit vernetzt werden, jedoch gelang es nicht so, wie geplant, da all die Umweltorganisationen aus dem Westen (NABU, WWF, Greenpeace) schnell auch im Osten Fuß fassen konnten. Bis heute sind die meisten Umweltgruppen, die zu der Grünen Liga gehören, in Ostdeutschland zu finden. Am aktivsten und bekanntesten ist sie in Sachsen und Berlin.

Ziele, Themen und Arbeitsweise
Die Themen sind relativ breit gefächert und variieren von den Schwerpunkten her von Gruppe zu Gruppe. So beschäftigen sich die Mitgliedergruppen der Grünen Liga mit Umweltthemen aller Art. Es existieren Arbeitskreise zu erneuerbaren Energien und gegen Atomkraft, zu Gesteinsabbau in Osteuropa, Landwirtschaft und Gentechnik,Verkehr und Wasser. Die kleineren Gruppen leisten vor allen Dingen Infomations- und Bildungsarbeit. Jedoch gibt es auch politisch orientierte Gruppen, die sich mit ökoanarchistischer Theorie und Praxis beschäftigen, sowie Großprojekte, die von Konzernen gesponsert werden oder vom Staat finanziell unterstützte Landesverbände. Als Informationsquelle, werden regional kleinere Publikationen herausgegeben, sowie bundesweit das Magazin „Alligator“ und in Berlin „Der Rabe Ralf“.

Organisationsstruktur
Bei der grünen Liga handelt es sich nicht um eine Organisation im Sinne eines Vereins, sondern lediglich um ein Netzwerk für gleichgesinnte Umweltgruppen. Innerhalb der offenen Netzwerkstruktur findet man Umweltgruppen, die regional verstreut sind und völlig unabhängig arbeiten. Sie sind rechtlich selbständige Vereine, weshalb es schwierig ist, Angaben zu den Mitgliedszahlen zu machen. Die regionalen Gruppen bestimmen ihre eigenen Themen und Arbeitsschwerpunkte, auch leiten sie selbstverantwortlich ihre Kampagnen. Zwar besitzt die Grüne Liga keine Zentrale, doch gibt es einen ehrenamtlichen Bundessprecherrat und eine Bundesgeschäftsstelle, die die Abläufe koordiniert und das Netzwerk aufrecht erhält.