Während der Schwangerschaft sind Haare meist dichter, glänzender und stabiler als sonst. Der Körper schüttet verstärkt das Schwangerschaftshormon Östrogen aus. Dieses hat einen positiven Nebeneffekt: Es sorgt für mehr Haarfülle, da es das Leben der Haare verlängert. Auch fetten die Haare in dieser Zeit meist weniger. Leider ist dieser Effekt nach der Entbindung vorbei. Dann sinkt der Östrogenspiegel wieder und es fallen vorübergehend mehr Haare aus. Das ist kein Grund zur Sorge: Nach spätestens einem Jahr hat sich der Hormonhaushalt wieder eingepegelt.
Milde Pflege
Eine spezielle Haarpflege in der Schwangerschaft sorgt für gesund glänzendes Haar. Wer sein Haar auch in der Schwangerschaft täglich waschen will, sollte auf milde Schampoos, wie zum Beispiel Kinderschampoo, zurückgreifen. Bevorzugen sie außerdem einen hochwertigen Kamm mit glatten, abgerundeten Zinken, die weit auseinanderstehen. So wird das Haar nicht beschädigt. Da die Haare in der Schwangerschaft älter werden als sonst, kann das oft zu trockenem Haar und spröden Spitzen führen. Dann sollte man ein Pflegeschampoo für strapaziertes Haar benutzen und sich einmal wöchentlich eine Haarkur gönnen. Milde Schampoos und Kuren sind hier zu bevorzugen. Wer ganz auf Chemie verzichten will, kann sich diese mit einfachen Mitteln auch selbst herstellen.
Pflegemittel selbst gemacht
Für ein selbst gemachtes Schampoo vermischen sie ein Ei, einen Teelöffel Honig und einen halben Teelöffel Weinbrand miteinander. Waschen sie das Haar damit und spülen sie es anschließend gründlich aus. Der Honig lässt das strapazierte Haar wieder glänzen. Zusätzlichen Glanz verleihen auch Haarspülungen: Für dunkles Haar mischen Sie schwarzen Tee mit einem Tee aus Salbeiblättern im Verhältnis eins zu eins. Für blondes Haar ist ein Tee aus Kamillenblüten und Holunderblüten empfehlenswert, Mischungsverhältnis ebenfalls eins zu eins. Auch eine Haarkur ist schnell selbst gemacht. Dazu mischen sie zwei Esslöffel Bier mit zwei Esslöffeln Honig. Die entstehende Creme im feuchten Haar verteilen und zehn Minuten einwirken lassen. Anschließend das Haar wie gewohnt waschen.
Schadet Dauerwelle meinem Kind?
Bei der Haarpflege in der Schwangerschaft sollte man sich überlegen, ob man die Haare färben oder eine Dauerwelle machen will. Viele Ärzte halten dies für komplett ungefährlich. Wissenschaftlich anerkannte Untersuchungen dazu gibt es nicht. Sicher ist, dass die Kopfhaut des Menschen eine sehr gute Resorptionsfähigkeit hat. Chemikalien können durch sie in den Organismus gelangen. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten zur Sicherheit lieber auf chemische Haarfarben und Dauerwellen verzichten. Außerdem wird das Haar dadurch erheblich strapaziert. Alternativ dazu kann man auf pflanzliche Haarfarben zurückgreifen. Diese enthalten nur natürliche Inhaltsstoffe wie Kräuter, Früchte oder Rinden. Sie färben das Haar langanhaltend und wirken außerdem pflegend. In Bio-Läden und Reformhäusern gibt es inzwischen eine reichhaltige Auswahl an Pflanzenfarben. Viele dieser Farben wurden von "Öko-Test" mit sehr gut bewertet.