Beim Bakterium Haemophilus influenzae Typ B handelt es sich um einen Krankheitserreger, der bei Kindern lebensgefährliche Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich verursachen kann. Dabei ist das Bakterium nicht mit Influenzaviren, den Urhebern der Pseudo-Krupp oder der echten Grippe zu verwechseln. Das Hib-Virus ist als deutlich gefährlicher einzustufen.
HiB-Infektion kann tödlich enden
Kommt es in Kombination mit der Erkrankung zu einer Kehldeckelentzündung, ist dies als besonders gefährlich einzustufen. Auch eine eitrige Hirnhautentzündung kann die Folge einer Infektion mit Haemophilus influenzae Typ b sein. Auch wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt wird, können sowohl Hörschäden als auch Entwicklungsstörungen bei Kindern zurück bleiben. In manchen Fällen endet sie auch tödlich.
Säuglinge sind besonders gefährdet
In den ersten fünf Lebensjahren ist die Gefahr einer Hib-Infektion am größten. Daher betrifft auch die Hälfte aller Hib-Infektionen Säuglinge im ersten Lebensjahr. Der Verlauf einer Hib-Infektion ist rasant und so kann es innerhalb weniger Stunden, nachdem das Bakterium in den Organismus eingetreten ist, bereits zu gefährlichen Infektionen kommen. Deshalb gilt es im Fall einer Erkrankung sofort mit der Behandlung zu beginnen. Denn bei dieser Krankheit zählt wirklich jede Minute. Denn gelingt es den Ärzten, die Infektion schnell in den Griff zu bekommen, stehen nicht nur die Heilungschancen gut, auch das Risiko von Folgeschäden ist geringer.
Impfung ab dem dritten Lebensmonat
Leider sind manche Hib-Stämme mittlerweile gegen Antibiotika resistent. Als Schutz gegen die Hib-Infektion empfiehlt daher die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung bei Kleinkindern. Diese Empfehlung führt seit 1990 zu einem kontinuierlichen Rückgang der Neuerkrankungen und bewahrt damit viele Kinder vor bleibenden Schäden.
Die Grundimmunisierung bei Säuglingen kann daher mit anderen Impfungen erfolgen. Sie findet in mehreren Schritten statt und benötigt vier Impftermine. Ab dem dritten Lebensmonat sollte der Säugling die erste Impfung erhalten. In einem Abstand von vier Wochen erfolgen die ersten drei Impfungen. Die Letzte wird nach sechs Wochen gespritzt. Da der Impfschutz sehr zuverlässig ist, ist das Kind für mehrere Jahre vor einer Hib-Infektion geschützt.
Mögliche Nebenwirkungen
Der Impfstoff wird in den Po, in den Oberarm oder in den Oberschenkelmuskel gespritzt. Es handelt sich hierbei um einen aktiven Impfstoff, der Antikörper gegen das Bakterium bildet. Da es sich um einen Totimpfstoff handelt, wird er in der Regel gut vertragen. Es kann in seltenen Fällen zu Rötungen an der Impfstelle kommen, die vom Abgeschlagenheit, Magen-Darm-Beschwerden oder Temperaturerhöhungen begleitet werden können. Diese Symptome verschwinden aber nach einigen Tagen wieder von selbst.