Hafer - ein vielfältiges Getreide

Hafer ist ein wertvolles Element der Vollwertküche. Er kann auf vielfältige Weise zubereitet werden.


Hafer (Avena) gehört zur Familie der Süßgräser und zählt wie Weizen, Dinkel oder Roggen zu den Nutzgetreidearten, dessen Körner an Rispen wachsen. Traditionell wurde Hafer in der Viehzucht eingesetzt. Für Pferde ist er ein wahres Kraftfutter und macht so manchen müden Gaul zum stolzen Ross. Da im Gegensatz zu den anderen Getreidearten die äußeren Randschichten der Körner und demzufolge die für den Menschen essentiellen Nahrungsbestandteile erhalten bleiben, zählt der Hafer inzwischen zu einem hochwertigen Nahrungsmittel.

Was macht den Hafer so wertvoll

  • Zu den wertvollen Inhaltsstoffen des Hafers zählen das leicht verdauliche Eiweiß sowie der hohe Fettanteil, wobei etwa 40 Prozent davon aus der mehrfach ungesättigten Fettsäure Linolsäure bestehen. Zudem enthält Hafer eine Fülle an lebenswichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Besonders reichlich sind Calcium, Eisen, Silizium, Zink, Mangan sowie Vitamin B1 und E im Hafer zu finden. Die Bestandteile machen den Hafer seit langer Zeit in Form von Hafergrütze, Haferschleim oder Haferstroh als Heilmittel bei verschiedenen Erkrankungen wertvoll.

Hafergrütze in der Küche

  • Hafergrütze nennt man die geschälten und grob gebrochenen oder geschnittenen Haferkörner. Haferkörner und Hafergrütze können wie Reis als Beilage, Suppeneinlage oder für Eintöpfe verwendet werden.
  • Aus der Hafergrütze, aber auch aus Haferflocken lässt sich leicht durch das Aufkochen mit Wasser oder Milch der Haferschleim herstellen. Für eine Portion des nahrhaften Breis kocht man beispielsweise etwa 25 Gramm Haferflocken zusammen mit 250 Milliliter Milch auf, bis die Konsistenz schleimig ist. Für einen angenehmeren Geschmack empfiehlt sich die Zugabe einer Prise Salz.

Haferschleim bei Verdauungsproblemen

  • Hafergrütze und insbesondere der Haferschleim werden seit langem als anerkanntes naturheilkundliches Therapiemittel bei Entzündungen des Verdauungstraktes oder der Magenschleimhaut sowie bei Durchfallerkrankungen eingesetzt.
  • Er enthält viele wertvolle Ballaststoffe, das heißt viele unverdaulichen Nahrungsbestandteile, die eine gelartige Schutzschicht auf der Magen- und Darmschleimhaut bilden und den stark sauren und reizenden Magensaft fernhalten. Da Hafer zu den glutenfreien Getreidesorten gehört, hat Haferschleim außerdem eine lindernde Wirkung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.
  • Die Eigenschaft des Hafers, eine Schutzschicht auf der Darmschleimhaut auszubilden, spielt zudem bei Diabetes und bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Rolle. Zum einem verlangsamt diese die Aufnahme des Nahrungszuckers in den Körper, wodurch übermäßig hoher Blutzuckeranstieg ausbleibt. Zum anderen wird dadurch die Aufnahme des schädlichen Cholesterins vermindert, was einer Arterienverkalkung, der koronaren Herzkrankheit und Herzinfarkt entgegenwirkt.

Vielfältiger Hafer

  • Vom Hafer lassen sich jedoch nicht nur die Samen beziehungsweise die Körner verwenden, sondern darüber hinaus auch die getrockneten, gedroschenen Laubblätter und Stängel der Pflanze. Abkochungen des sogenannten Haferstrohs enthalten Pektinstoffe, reichlich Kieselsäure und Vitamin A. Haferstroh kann daher in Form von Bädern eine heilsame Wirkung auf die Haut haben.
  • Des Weiteren spielt Haferstroh bei der Harnsäureentgiftung eine Rolle, die sich vermehrt bei einem hohen Konsum von Fleisch und Alkohol bildet. Harnsäure kann sich in den Gelenken ablagern und diese verdicken, was zu unangenehmen Schmerzen bei Bewegungen führen kann (Gicht). Dazu hat sich vor allem Hafertee aus dem Grünen Hafer, das heißt, den kurz vor der Blüte geernteten und schnell getrockneten oberen Teil der Pflanze, bewährt. Hierfür empfiehlt sich im Rahmen einer 4-wöchigen Kur (maximal viermal jährlich) jeweils drei Tassen frisch aufgebrühten Tee zu trinken.

Hafer als natürliches Antidepressivium

  • Die Beobachtung, dass der Genuss von Hafer nervös macht, lässt auf die Wirkung des Getreides auf das Nervensystem schließen. Und tatsächlich empfehlen naturheilkundliche Ärzte beispielsweise ratlosen Eltern, deren Kinder einfach nicht aus dem Bett kommen wollen oder eine eher abgestumpfte Grundhaltung haben, zur Aufmunterung den morgendlichen Haferbrei.
  • Auch in der Homöopathie gilt Hafer inzwischen als ein wichtiges Mittel zur Nervenstärkung. Darüber hinaus wird dem Hafer eine reinigende Wirkung von Schwermetallen zugeschrieben.Die Getreidesorte enthalte angeblich besonders viele Stoffe, die giftiges Blei, Cadmium oder Chrom binden und so aus dem Körper heraus transportieren.