Haggis - ein traditionell schottisches Gericht

Böse Zungen behaupten, Haggis bestehe aus Tierinnereien, die jede zivilisierte Nation normalerweise sofort auf den Müll werfen würde...


Bereits der schottische Nationaldichter Robert Burns war ein glühender Anhänger von Haggis und drückte in seinem Gedicht „Address to a haggis“ seine tiefe Verbundenheit gegenüber dem schottischen Schafsmagen aus. Noch heute wird deshalb das Gedicht zum alljährlichen „Burns Supper“, dem Gedenkfest zu Ehren Burns, rezitiert und standesgemäß mit Haggis und Dudelsack zelebriert.

Haggis selber zubereiten

  • Vor der eigentlichen Beschreibung des Rezepts warnte der schottische Koch Paul Harris zunächst „The following recipe is not for the weak of constitution!“, was auf Deutsch soviel bedeutet wie „Das folgende Rezept ist nichts für Zartbesaitete!“ Tatsächlich sollten Vegetarier vielleicht eher die Finger von diesem sehr fleischlastigen Gericht lassen.
  • Wer Haggis einmal traditionell selbst zubereiten will, der braucht zunächst einen Schafsmagen. Einen solchen bereits gereinigten und vorbereiteten Magen kann man beispielsweise beim türkischen Metzger erwerben. In den Magen kommen schließlich Schafsherz, -lunge und -leber, die gekocht und anschließend zerkleinert oder durch den Fleischwolf gedreht werden müssen.
  • Dann werden circa 2 Tassen Hafermehl in einer Pfanne angebraten, die anschließend mit den Innereien, einer Tasse Brühe und Nierenfett zu einer weichen Masse verrührt werden. Abgeschmeckt wird mit Salz, Pfeffer, Cayenne und Muskatnuss. Der Schafsmagen wird nun mit dieser Masse zu 2/3 gefüllt jedoch nicht ganz, da ansonsten das sich ausdehnende Hafermehl den Magen zum Platzen bringt.
  • Der Magen wird schließlich zugebunden oder zugenäht und schließlich für drei bis vier Stunden gekocht. Der gefüllte Schafsmagen wird erst bei Tisch aufgeschnitten und traditionell mit, Kartoffel- und Rübenbrei serviert. Als Abschluss wird oft ein Malt Whiskey gereicht.

Haggis-Weltmeisterschaft und -Märchen

  • Wer sich nun so gar nicht mit dem Gericht anfreunden kann, dem steht immerhin noch die Möglichkeit offen, sich an der sogenannten Haggis-Hurling Weltmeisterschaft zu beteiligen. Bei dieser wird derjenige Sieger, der auf einem Whiskeyfass stehend Haggis am weitesten wirft. Dabei kann der zu werfende Haggis ein Gewicht von ungefähr eineinhalb Pfund auf die Waage bringen.
  • Gästen von außerhalb erzählen die Schotten gern die Geschichte von Haggis als seltsamem Fabeltier, dem es immer wieder gelinge, seinen Jägern aufgrund besonderer Fähigkeiten zu entwischen. So könne man zwischen dem Low-flying-Haggis und den Left-driving-Haggis unterscheiden.
  • Während Ersterer angeblich in der Lage ist, in geringer Höhe und in rasender Geschwindigkeit über die schottischen Highlands hinwegzufliegen, so ermögliche beim Letzteren eine ungleiche Beinlänge (das linke Bein solle kürzer sein) ein besseres Stehen an den Highlands.
  • Um ein Haggis dieser Art fangen zu können, müsse man es auf das flache Land treiben, wo es dann aufgrund der ungleichen Beinlänge umkippe. Auch der Dudelsack sei noch heute wichtiger Bestandteil der Haggis-Jagd, könne man doch mit ihm dessen Brunftlaute nachahmen.