Halsentzündung als Symptom anderer Krankheiten

Symptome wie ein Kratzen im Hals, Schluckbeschwerden oder die Veränderung der Stimme können zwar auch auf eine einfache Halsentzündung hinweisen, jedoch auch eine andere Krankheit bedeuten


Wenn es plötzlich im Hals kratzt, das Schlucken schwer fällt oder die Stimme anders klingt, dann kann das unterschiedliche Ursachen haben. Hat man den Hals, beziehungsweise die Stimmbänder in den vorangegangenen Tagen sehr stark belastet, kann das zu Reizungen führen. Durch intensive Gesangsübungen oder lautes Schreien ist es möglich, dass einem im wahrsten Sinne des Wortes am nächsten Tag „die Stimme wegbleibt“.

 

Auch äußerliche Reize, wie das Einatmen von Staub, können zu Halsreizungen führen. Zeigen sich sonst keine weiteren Krankheitssymptome, kann man beruhigt ein bis zwei Tage abwarten. Stellt sich danach keine Besserung, sollte man sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen.

Halsentzündung als begleitendes Symptom bei anderer Krankheit
Grund für die Halsschmerzen kann auch eine andere Erkrankung sein, die möglicherweise einer ärztlichen Behandlung bedarf. Weitere Krankheiten, bei denen die Halsentzündung oft ein Begleitsymptom sind, können unter anderem Scharlach, Pfeiffersches Drüsenfieber, Diphterie, ein grippaler Infekt oder eine Angina sein.

Grippaler Infekt
Bei einem gewöhnlichen grippalen Infekt können Halsschmerzen eine Begleiterscheinung sein. Der Patient leidet außerdem unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Kopf- und Gliederschmerzen, Husten, Schnupfen und Fieber. Der grippale Infekt wird durch Viren ausgelöst und die Behandlung erfolgt symptomatisch. Das heißt, dass der Patient Medikamente einnehmen kann, die das Fieber senken, zu einer besseren Nasenatmung beitragen und die Halsschmerzen lindern. Nach ein bis zwei Tagen sollte der Infekt langsam abklingen und sich der Patient deutlich besser fühlen.

Angina
Bei einer Angina leidet der Patient unter plötzlich auftretenden, starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Es können Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit hinzukommen. Eine Angina wird immer durch Bakterien ausgelöst und bedarf einer medikamentösen Behandlung mit Antibiotika. Die antibiotische Behandlung ist notwendig, um Folgeerkrankungen wie eine Herzmuskel- oder Nierenentzündung zu vermeiden.

Scharlach
Bei Scharlach handelt es sich um eine bakterielle Infektion, unter der meist Kinder leiden. In Kombination mit einer fieberhaften Mandelentzündung tritt hier auch ein Hautausschlag auf. Dieser Hautausschlag ist sehr kleinfleckig und befällt vor allem die Leistengegend. Das Gesicht des Patienten ist gerötet, Ausnahme bildet das blasse Dreieck um Mund und Nase. Charakteristisch bei einem Scharlach ist die Himbeerzunge. Die Zunge ist anfangs weiß belegt, rötet sich jedoch nach drei bis vier Tagen, während die Geschmackspapillen auf der Zunge deutlich hervortreten. Durch diese krankheitsbedingte Veränderung sieht die Zunge nun aus wie eine Himbeere. Wird ein Scharlach nicht ausreichend behandelt, kann diese Infektion zu den gleichen Folgeerkrankungen führen wie eine Angina.

Pfeiffersches Drüsenfieber
Das Pfeiffersche Drüsenfieber ist eine Viruserkrankung, die zwar theoretisch in jedem Alter vorkommen kann, meist jedoch bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Symptome des Pfeifferschen Drüsenfiebers sind Halsschmerzen und Fieber. Der Patient fühlt sich schlapp und müde. Diese Erkrankung heilt spontan wieder aus - eine antibiotische Behandlung ist bei einem Virusinfekt nicht erforderlich.

Diphterie
Eine weitere bakterielle Erkrankung, die mit Halsschmerzen einhergeht, ist die Diphterie. Die Erkrankung beginnt mit Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber. Die Mandeln sind von einem weißlichen Belag überzogen. Typisch für die Diphterie ist ein bellender Husten, der sich im Kehlkopfbereich abspielt. Durch die Entzündung, die sich im Körper abspielt, schwillt die Schleimhaut im Kehlkopfbereich an und der Patient leidet unter akuter Luftnot. Die Diphterie ist in Deutschland mittlerweile eine seltene Krankheit geworden, da es eine Impfung gibt, die einen wirksamen Schutz vor dieser Krankheit bietet. Unbehandelt kann die Diphterie schlimmstenfalls bis zum Tod führen.

Was unterscheidet „normale“ Halsschmerzen von einer ernsten Krankheit
Bei leichten Beschwerden kann man versuchen, die Symptome mit einer Selbstmedikation zu lindern. Hilfreich sind dabei das Trinken von heißen Kräutertees, Gurgeln mit Salbei- oder Kamillentee beziehungsweise die Einnahme schmerzlindernder Lutschtabletten. Kommen allerdings noch andere Beschwerden wie hohes Fieber hinzu oder ist das Allgemeinbefinden sehr schlecht, sollte man immer einen Arzt aufsuchen. Auch wenn die Beschwerden nach zwei bis drei Tagen nicht besser sind, gilt: Lieber den Arzt aufsuchen.