Handschriftliches Testament: Rechtliches

Bei der Erstellung eines handschriftlichen Testaments müssen einige Dinge beachtet werden.


Jedem Menschen steht es frei, ob er oder sie ein Testament schreibt. Liegt kein handschriftliches Testament vor, greifen die gesetzlichen Regelungen der Erbfolge. Ein Erblasser, der spezielle Regelungen und Wünsche das Erbe betreffend hat, kommt um das Schreiben eines Testaments also nicht herum. Dabei sind bestimmte Form- und Inhaltsvorschriften zu beachten, damit der „Letzte Wille“ auch gültig ist und nicht angezweifelt oder angefochten wird.

Formen eines Testaments
Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Formen des Testaments. Erstens das öffentliche Testament nach § 2232 BGB. Der letzte Wille kann hierbei beim Notar entweder mündlich zur Niederschrift erklärt oder in Form eines vorbereiteten Schriftstücks hinterlegt werden. Weiterhin gibt es das eigenhändige (oder privatschriftliche) Testament nach § 2247 BGB. Hier errichtet der Erblasser ein Testament durch handschriftlich geschriebene und persönlich unterzeichnete Erklärung. Dies ist immer noch die bevorzugte Variante eines Testaments. Außerdem gibt es noch Nottestamente nach den §§ 2249–2251 BGB, diese sind jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen möglich. Nottestamente können mündlich vor einem Bürgermeister und zwei Zeugen oder alternativ, etwa bei Todesgefahr des Erblassers, vor drei normalen Zeugen abgegeben werden. Ein Protokoll ist dabei jeweils anzufertigen. Wird ein handschriftliches Testament verfasst, handelt es sich in der Regel um ein eigenhändiges Testament nach § 2247 BGB. Zu beachten ist, dass ein handschriftliches Testament, das beim Notar abgegeben wird, mit derselben Sorgfalt abgefasst werden muss. Darin enthaltene Formfehler können das Testament anfechtbar machen. Der Notar ist hierbei nur für eine sichere Verwahrung verantwortlich.

Form eines handschriftlichen Testaments
Wird der letzte Wille als handschriftliches Testament verfasst, muss das ganze Schriftstück eigenhändig geschrieben und auch persönlich unterschrieben werden. Um etwaige Anfechtungen und Zweifel an der Gültigkeit des Testaments von vornherein auszuschließen, sollte der Erblasser auch Datum (Tag, Monat, Jahr) sowie Ort der Niederschrift der Erklärung angeben. Die Unterschrift sollte mit Vornamen und Familiennamen erfolgen und muss am Ende der Erklärung stehen. Wird anders unterschrieben (zum Beispiel nur mit den Initialen) muss die Identität und Ernsthaftigkeit des Schriftstücks zweifelsfrei feststehen. Auch spätere Ergänzungen und Nachträge sollten mit Datum, Ort und Unterschrift versehen werden. Falls ein handschriftliches Testament mehrfach vorliegt, besitzt immer dasjenige mit dem neuesten Datum Gültigkeit. In welcher Sprache, Schrift und mit welchen Schreibutensilien ein handschriftliches Testament verfasst wird, ist unerheblich. Nur muss auch hier klar aus dem Schriftstück ersichtlich sein, dass es ernst gemeint ist und auch als Testament verstanden werden will , zum Beispiel durch Überschriften wie „Testament“ oder „Mein Letzter Wille“. Unklare oder widersprüchliche Formulierungen im Text des Testaments sollten vermieden werden. Auf Bänder oder anderen Speichermedien diktierte Willenserklärungen sind genauso nichtig wie mit Schreibmaschine oder PC maschinell ausgedruckte Testamente. Zusätzliche Einträge mit PC oder Schreibmaschine auf dem eigenhändigen Testament können auch zur Ungültigkeit führen. Jeder Erblasser hat das Recht, als Erbe einzusetzen, wen und, beziehungsweise oder was er möchte. Ansprüche von Erben auf die ihnen gesetzlich zustehenden Pflichtteile bestehen jedoch weiter, auch wenn der Erblasser etwas anderes bestimmt hat.

Hinterlegung beim Notar
Auch wenn ein handschriftliches Testament erstellt wurde, empfiehlt sich die Hinterlegung beim zuständigen Amtsgericht oder bei einem Notar. Bei der Aufbewahrung in der eigenen Wohnung besteht die Gefahr, dass ein Testament nicht gefunden wird oder bewusst „verschwindet“, wenn der Inhalt einer Person missfällt. Minderjährige, Geschäftsunfähige, Blinde oder Analphabeten sind von der Möglichkeit, ihren letzten Willen in einem handschriftlichen Testament zu erklären, ausgeschlossen. In diesen Fällen muss ein Notar eingeschaltet werden.