Handysucht - Wenn Telefonieren krank macht

Zwar gehört das Handy mittlerweile zum ständigen Begleiter, jedoch zeigen immer mehr Menschen Symptome einer Handysucht.


Das Mobiltelefon gehört für viele Menschen zum Leben einfach dazu und so wird es zum ständigen Begleiter in allen Lebenslagen und ermöglicht dem Benutzer jederzeit für Freunde und Familie erreichbar zu sein. Bis zu einem gewissen Maß ist der Umgang mit dem Handy gesund. Untersuchungen zeigen jedoch, dass immer mehr Handybenutzer Symptome einer Suchterkrankung zeigen und abhängig von ihrem Mobiltelefon sind.

Wie kommt es zur Handysucht?
Forscher und Psychologen vermuten, dass die Handysucht aus einer Angst vor Einsamkeit und innerer Leere entsteht. Diese Leere übermannt Menschen besonders in eher unproduktiven Momenten, wie der Fahrt im Auto oder in der U-Bahn oder in Wartezimmern. Gerade in diesem Momenten sind wir von einer äußeren Ruhe umgeben, die nicht von Geschwätz, dem Fernseher, Radio oder anderem Lärm gestört wird. Und es ist gerade diese Ruhe, die Menschen durchbrechen wollen, in dem sie zum Handy greifen. Das Spielen mit dem Handy verhindert, dass sich die Betroffenen mit sich selbst auseinandersetzen oder Kontakt mit der direkten Außenwelt aufbauen müssen. Handysüchtige empfinden die fiktive Zugehörigkeit via Handy als wichtiger als den direkten Kontakt zu anderen Menschen.
Ein weiterer Grund, den Psychologen als Grund für eine Abhängigkeit vom Handy sehen, ist die Wahrnehmung anderer Personen. Untersuchungen zeigten, dass Personen vermehrt zum Handy griffen, wenn sie sich einer vermeintlichen Beobachtung ausgesetzt fühlten, bei der sie einer Bewertung unterlagen. Der telefonische Kontakt zu anderen Personen soll die Wichtigkeit des Betroffenen zum Ausdruck bringen und ihn gleichzeitig vor dem Kontakt mit unbekannten Personen schützen.

Folgen der Handysucht
Betroffene sind meist Menschen, die Probleme mit sozialen Kontakten und Interaktion haben und darüber hinaus unter einem geringen Selbstwertgefühl leiden. Solche Leute beschränken ihre Kommunikation ausschließlich auf das Telefon und verlieren so ihre realen Beziehungen und Kontakte. Wie bei anderen Abhängigkeiten auch kann somit auch die Handysucht zur Isolation der Betroffenen führen. Auf den ersten Blick scheint diese Annahme paradox, geht es den Betroffenen gerade um Kommunikation und Austausch mit anderen. Jedoch dient das Telefonieren für Süchtige nur als Lückenfüller in den vorher benannten Situationen und als signalhafte Unterhaltung, bei der nur Belanglosigkeiten ohne Zuneigung ausgetauscht werden. Die richtige Kommunikation bleibt dabei auf der Strecke. Gefühle, Gedanken und Ängste der Betroffenen werden nicht nach außen hin vermittelt, sie leben in einer Scheinwelt. Meist stecken hinter der Handysucht auf den ersten Blick nicht sichtbare Probleme, die in einer Psychotherapie erarbeitet werden müssen, um den Betroffenen von seiner Sucht heilen zu können.

Besonders junge Menschen gefährdet
Gerade junge Menschen sind prädestiniert abhängig von ihrem Handy zu werden, da sie sich übermäßig viel mit ihrem Mobiltelefon beschäftigen. Bei Jugendlichen gilt es als cool oder trendy das neueste Handy auf dem Markt zu besitzen oder sich den neuesten Klingelton herunterzuladen. Die Kommunikation via Handy dient bei Jugendlichen weniger der Kommunikation als vielmehr dazu ihre Beliebtheit zu demonstrieren und sich erwachsen zu fühlen. Lässt Ihr Kind das Handy rund um die Uhr eingeschaltet, damit auch kein wichtigen Anruf und keine Nachricht verpasst werden kann, oder versendet es täglich übermäßig viele SMS, sind dies die ersten Anzeichen einer Handysucht und Sie sollten dringend handeln.