Hanfkleidung - Wiederentdeckung eines Allroundtalents

Hanfkleidung ist vielen Menschen zwar nicht geläufig, gilt aber in jeder Hinsicht als extrem verträglich. Seine Fasern weisen dieselbe mikroelektrische Spannung auf wie die menschliche Haut.


Denken wir an Hanf, tritt oft die Assoziation mit der Droge Marihuana auf den Plan. Dass die Pflanze zum Beispiel durchaus erfolgreichen Einsatz in der Herstellung von Kleidung findet, ist den wenigsten bekannt. Erstaunlich, da sich das Tragen von Hanfkleidung praktisch durch die komplette Menschheitsgeschichte zieht. Erste Hanftextilien wurden bereits vor 5.000 Jahren im alten China hergestellt.

 

Weitverbreitet

Bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts war Hanf, neben Flachs, die weitverbreitetste Textilfaser der Welt. Es soll sogar ein Segel aus Hanfstoff gewesen sein, mit dem damals Cristopher Columbus Amerika entdeckte. Bei der ersten Jeans, die Levi Strauss im Jahre 1856 für die Goldwäscher Kaliforniens entwickelte, handelte es sich tatsächlich ebenso um Hanfkleidung. Die Arbeiter benötigten damals einen robusten Stoff, da er der ständigen Nässe und Korrosion widerstehen konnte. Hanfkleidung erwies sich aus Erfahrung als äußerst belastbar. Ein Vorteil, an den sich einige Menschen in heutiger Zeit wieder verstärkt zurückbesinnen. Es ist jedoch nicht nur die Haltfestigkeit, welche der Hanfkleidung zu einem schleichenden Siegeszug verhilft. 

Verträglich
Das Textil gilt in jeder Hinsicht als extrem verträglich. Seine Fasern weisen dieselbe mikroelektrische Spannung auf wie die menschliche Haut. Menschen mit stark empfindlicher Haut wird daher sogar von Ärzten geraten, Hanfkleidung zu tragen. Allergiker und Kleinkinder profitieren außerdem davon, dass der Rohstoff nicht flockt und gegen Keime resistent ist. Hinzu kommen angenehme Vorteile in Sachen Bequemlichkeit. Hanfkleidung ist atmungsaktiv und besitzt die gleichen Eigenschaften wie Seide, hält im Winter warm und kühlt im Sommer.

 

Gute Produktionsbedingungen
Die günstigen Produktionsbedingungen der Materialen fügen dem Tragen der Hanfkleidung einen enormen ökologischen Vorteil hinzu. Die Pflanze ist schon im Naturzustand widerstandsfähig. Sie benötigt keine schädlichen Pestizide und wächst auf unwirtlichstem Boden. Dadurch bleiben auch die Aufzuchtskosten gering. Wer glaubt, all diese Vorteile mit Verzicht auf modisches Aussehen zahlen zu müssen, der unterliegt einem weiteren Vorurteil. Mit unmodischem Schlabber-Look hat die heutige Hanfkleidung nur noch wenig zu tun. Die Fasern lassen sich sehr fein weben. Dadurch hört Hanfmode nicht mehr bei Jeans und Hemd auf. Edle Jacketts, Kleider, Taschen und sogar Dessous werden aus dem wiederentdeckten Stoff gewoben. Auch wenn noch immer die sogenannten Ökos zur Hauptkäufergruppe zählen, hat die Hanfkleidung eine echte Chance, schon bald wieder fester und beliebter Bestandteil des allgemeinen Kleiderschrankes zu werden.