Harze - pflanzliche Wirkstoffe mit Heilungskraft

Viele unserer heimischen Laub- und Nadelbäume sondern bei einer Verletzung ihrer Rinde Harz ab, eine klebrige, zähe Substanz. Diese Harze duften meist nicht nur sehr aromatisch (weshalb sie in der Frühzeit schon zum Räuchern verwendet wurden) sondern besitzen zudem besondere heilende Kräfte. So wirken sie beispielsweise desinfizierend und lassen Wunden schneller heilen.


Naturvölker verwenden auch heute noch die Harze aus sogeannten Heilpflanzen, aus denen sie Salben herstellen, um damit Wunden zur besseren Heilung zu bestreichen. Aber auch die alternative Medizin baut auf den besonderen Pflanzenstoff: Eine Salbe aus dem Harz der Lärche soll beispielsweise gegen Hexenschuss, Nervenschmerzen (Neuralgien) und rheumatische Schmerzen helfen. Auch fungiert sie – als Wundsalbe aufgetragen – desinfizierend, indem der Eiter herausgezogen und somit die Wundheilung beschleunigt wird. Außerdem soll Lärchen-Harz das Abhusten des Schleims bei einer Erkältung erleichtern.

Weihrauch – der Alleskönner unter den Heilmitteln
Weihrauch-Harz (auch Olibanum genannt) wird aus der Rinde des Weihrauchbaumes gewonnen, der vor allem in trockenen Gebieten wie Afrika, Indien oder Arabien beheimatet ist. Weihrauch ist mit seinem süßlich, schweren und feierlichen Geruch seit Jahrhunderten als kostbares Räuchermittel bekannt, wird aber mindestens ebenso lang als bewährtes Heilmittel verwendet. Heutzutage wird Weihrauch-Harz in Form von Tabletten und Tropfen verabreicht. In der Naturmedizin wird Weihrauch eingesetzt, um Rheumaschmerzen, Magen-Darmerkrankungen, Asthma und sogar Hirntumore ergänzend zur Schulmedizin zu behandeln. Grund ist die im Weihrauch enthaltene Boswelliasäure, die Entzündungen hemmt und abschwellend wirkt und somit Schmerzen lindert.
Auch ist Weihrauch bekannt für seine stresslösende, muskelentspannende Wirkung, die ein Gefühl angenehmer Wärme und Schwere auslöst. Wer keinerlei Beschwerden hat, der kann sich natürlich auch einfach nur an dem angenehmen Duft des Weihrauchs erfreuen.

Propolis – das Edel-Harz
Auch Bienen werden von den aromatischen Düften der verschiedenen Harze angezogen, welche sie schließlich sammeln und auf diese Weise mit Pollen, Wachs und eigenen Sekreten vermengen. So entsteht eine Art veredeltes Harz, das sich hauptsächlich in den Bienenstöcken wiederfinden lässt. Die Bienen nutzen es, um Krankheitserreger und Bakterien abzuwehren, die sich bei Hitze und Feuchtigkeit schnell auszubreiten drohen. Auf diese Weise verringern sie die Seuchengefahr innerhalb des Bienenstocks. Propolis besitzt also eine aktive Wirkung gegen eine große Anzahl von Bakterien und ist somit ein Mittel mit antibiotischer und desinfizierender Wirkung. Aus diesem Grund eignet es sich nicht nur hervorragend für die Wundheilung und bei Entzündungen sondern auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen wie beispielsweise Karies, Herpes oder Magen- und Darmgeschwüren.