Heftklammern - Ausführungen und Geschichte

Heftklammern sind eher unscheinbar, finden sich zu Hunderten in jedem Büro und haben eine erstaunlich lange Geschichte.


Eines haben die kleinen Metallklammern alle gemeinsam: Sie bilden die Form eines U, bevor sie in das Papier getrieben werden. Heftklammern gibt es in verschiedenen Größen und Metallarten, auch die Art der Klammerung kann sich unterscheiden.

 

Ausführungen
Könnten Sie auf Anhieb sagen, welche Größe Ihre Heftklammern haben? Wahrscheinlich nicht. Denn in der Regel verwenden wir erst einen Gedanken darauf, wenn die Klammern ausgegangen sind und Nachschub besorgt werden muss. Ein Blick auf die alte Packung gibt Auskunft über die Größe. Nummer 24/6 steht da vielleicht. Was bedeutet das? Die erste Zahl gibt an, welcher Draht bei der Herstellung der Heftklammern verwendet wurde. In unserem Beispiel ist es der Draht Nr. 24, wie in der Deutschen Heftdrahtlehre aufgeführt. Die zweite Zahl gibt die Schenkellänge der Klammer in Millimeter an.
Neben der Größe 24/6, die übrigens als Einzige genormt ist, existieren weitere Größen wie 23/6, 23/8, 23/10 23/13 oder 26/6 und 26/8. Je nach Schenkellänge lassen sich mit diesen Heftklammern Papiere mit ungefähr 30 bis 100 Blatt zusammenheften. Die Klammern werden in der Regel aus verkupfertem oder verzinktem Stahl hergestellt.

Verschiedene Heftungen
Mit fast allen handelsüblichen Heftgeräten lassen sich sowohl die offene als auch die geschlossene Heftung ausführen. Bei der offenen Heftung werden die Schenkel der Klammer nach außen gebogen, bei der geschlossenen Heftung nach innen. Eine Variante der geschlossenen Heftung ist die Flachheftung. Hier werden die Klammerenden zusätzlich ganz flach an das Papier gedrückt, um möglichst viel Platz im Ordner zu sparen. Bei der genagelten Heftung bleiben die Klammerenden senkrecht.

Geschichte
Die ersten Heftklammern gab es schon um 1700. Der französische König Ludwig XV. soll handgefertigte Klammern benutzt haben, die das Abzeichen des königlichen Gerichtes trugen. Ab dem 19. Jahrhundert wurden weltweit verschiedene Patente für moderne Heftmaschinen angemeldet. Sam Slocum entwickelte ein Gerät, das Nadeln in Papier befestigte, George W. McGill patentierte die erste Presse, mit der Heftklammern in Papier gedrückt werden konnten. Hugo Brehmer erfand die Drahtheftmaschine für die Herstellung von draht-gehefteten Büchern. Der handliche Hefter für Papiere hielt erst im 20. Jahrhundert Einzug in die Büros und den Haushalt.