Heiraten ohne Kirchenzugehörigkeit - geht das?

Heiraten ohne Kirchenzugehörigkeit ist bei der standesamtlichen Trauung kein Problem, jedoch können je nach Einstellung des zuständigen Pastors bei der kirchlichen Trauung Probleme auftreten


Inzwischen ist es nicht mehr besonders oder verwerflich, keine Kirchenzughörigkeit zu besitzen. Immer mehr Menschen entscheiden sich aus religiösen oder finanziellen Gründen oder aufgrund der derzeitigen Stellung der Kirche in der Gesellschaft, die Kirche zu verlassen. Was früher noch verpönt war, ist heute ganz normal. Die Kinder der heutigen Generation, deren Eltern aus der Kirche ausgetreten sind, werden auch nicht mehr getauft, was bedeutet, dass auch sie konfessionslos sind. Die Kinder können sich später immer noch entscheiden, ob sie einer Religion beitreten wollen und dann auch die Taufe nachholen. Viele junge Menschen bleiben allerdings in der Kirche, weil es schon immer ihr Traum ist, kirchlich zu heiraten. Das ist natürlich nur möglich, wenn mindestens ein Partner noch eine Kirchenzugehörigkeit besitzt. Heiraten ohne Kirchenzugehörigkeit ist also unter bestimmten Voraussetzungen durchaus möglich. Ausgenommen ist dabei natürlich die standesamtliche Trauung, die keine Konfession voraussetzt und jederzeit möglich ist.

Sie können kirchlich heiraten, auch wenn der Partner ausgetreten ist
Sie brauchen sich also nicht allzu große Sorgen machen, dass Ihre Hochzeit in der Kirche platzen könnte, nur weil Ihr Partner keiner Religion angehört. Sie sollten sich aber darauf gefasst machen, dass das Heiraten ohne Kirchenzugehörigkeit nicht ganz problemlos verlaufen kann, wenn Sie an einen intoleranten Pfarrer geraten. Es hängt immer von der Einstellung des zuständigen Pastors ab, ob er eine Trauung durchführen will oder nicht. Er kann die kirchliche Heirat aufgrund der fehlenden Kirchenzugehörigkeit von Ihnen oder Ihrem Partner immer noch ablehnen.

Überlegen Sie sich gute Gründe, warum Sie kirchlich heiraten wollen
Der Pfarrer wird Sie und Ihren Partner auf jeden Fall zu einem Vorgespräch einladen, bei dem er wissen will, warum sie kirchlich heiraten wollen, obwohl einer von Ihnen nicht mehr der Kirche angehört. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass der Pastor sich mit so einfachen Antworten wie: „Weil Sie schon immer in Weiß heiraten wollten.“, nicht zufriedengeben wird. Er möchte vielmehr wissen, warum Sie trotzdem Wert darauf legen, Ihr Ehegelöbnis vor Gott abzulegen und auf seinen Segen nicht verzichten möchten. Sie sollten auch also einen eventuellen finanziellen Hintergrund nicht als Austrittsgrund nennen, denn das könnte beim Pfarrer zu weiterem Unverständnis führen. Das Heiraten ohne Kirchenzugehörigkeit hängt also auch von Ihrer Einstellung zu Gott und der Kirche ab und wie gut Sie argumentieren können.

Ein eventueller Kircheneintritt ist möglich
Sollte sich der Pfarrer beim Heiraten ohne Kirchenzugehörigkeit gar nicht dazu erweichen lassen, Sie und Ihren Partner zu trauen, dann besteht immer noch die Möglichkeit, wieder in die Kirche einzutreten. Aber auch das kann je nach Einstellung des zuständigen Pfarrers leichter oder auch schwieriger werden. Auch hierzu sollten Sie sich ein paar gute Gründe und Argumente einfallen lassen, warum Sie wieder in die Kirche aufgenommen werden wollen. Alleine der Gedanke, dann „in Weiß heiraten“ zu können, wird auch hier nicht als greifendes Argument gezählt.