Heiratsvermittlung - Die modern arrangierte Ehe

Mithilfe einer Heiratsvermittlung können heiratswillige Menschen auf moderne Art und Weise ihren zukünftigen Partner finden. Doch aufgepasst: Unseriöse Agenturen nutzen die Gutgläubigkeit vieler Suchenden aus, um die Vermittlungsgebühr einzustreichen. Informieren Sie sich also im Vorfeld umfassend und setzen Sie auf positive Erfahrungsberichte.


Einige wenden sich an Heiratsvermittler, weil sich in der Vergangenheit erfolgslos eine Enttäuschung an die andere reihte oder weil sie beruflich so eingespannt sind, dass sie nur wenige Möglichkeiten haben, sonst privat jemanden kennenzulernen. Andere wiederum haben eine sehr nüchterne Vorstellung von einer Partnerschaft fürs Leben und setzen eher auf eine zueinander passende soziale Stellung und Gemeinsamkeiten in der Lebensführung oder -planung.

Wissenswertes zur Heiratsvermittlung

  • Die Heiratsvermittlung wurde früher von der eigenen Familie übernommen und war gang und gäbe. Seit dem 20. Jahrhundert allerdings wurde es den Menschen immer mehr zugestanden, sich den Ehepartner frei und auf eigene Faust zu suchen. Doch seit einigen Jahren boomt ein neuer Dienstleistungszweig: Die professionellen Heiratsvermittler.
  • Es stellt sich die Frage, aus welchem Grund Menschen sich ihre Ehe arrangieren lassen möchten, wenn sie doch die Freiheit auf eine selbstständige und freie Entscheidung haben. Die moderne Heiratsvermittlung hat jedoch nicht viel mit der traditionellen, bei der die Ehepartner oft gar nicht erst gefragt wurden, zu tun. Heute wird dagegen auf Wünsche und die konkreten Vorstellungen der Suchenden eingegangen.
  • Ein besonderer Sektor in der Heiratsvermittlung ist die Vermittlung heiratswilliger Frauen aus Osteuropa oder Südostasien. Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Nur gibt es unter den Agenturen, die auf Auslandsvermittlungen spezialisiert sind, umso mehr schwarze Schafe.
  • Oftmals ist die Betreuung beider Parteien jedoch mangelhaft - beispielsweise dann, wenn es sich um Sprachbarrieren handelt, um die sich kaum gekümmert wird.

Rechtliche Grundlage

  • In Deutschland zählt die Entlohnung einer Ehevermittlung, der sogenannte „Ehemäklerlohn“, nach dem Privatrecht nicht zu den geschuldeten und einklagbaren Bezahlungen für Dienstleistungen, da es sich um eine Leistung mit hochpersönlichem Charakter handelt. Man kann es vielmehr mit Wett- und Spielschulden vergleichen. Sie müssen rechtlich nicht gezahlt, können daher aber auch nicht eingeklagt werden.
  • Wurde eine Ehevermittlung im Voraus bezahlt, ohne dass es schließlich zu einer erfolgreichen Eheschließung kam, kann man leider nichts unternehmen, um sein Geld wieder zurückzuerhalten. Vorkasse ist daher auch verständlicherweise die übliche Arbeitsweise solcher Agenturen. Da die Rechtslage jedoch für beide Parteien unsicher ist, vor allem aber für denjenigen, der solch eine vermittelnde Dienstleistung in Anspruch nimmt, ist der Ruf der Heiratsvermittler eher schlecht.
  • Es gibt eine Menge Agenturen, wenn nicht sogar der größte Teil, die sich diese ungeschützte Rechtslage zunutze machen und eine seriöse Vermittlung nur vorgaukeln, um die Vermittlungsgebühr einzustreichen. Daher ist bei der Wahl einer Agentur im Voraus viel Recherche gefragt. Am besten man setzt sich mit Paaren in Verbindung, die über die Agentur erfolgreich zusammengefunden haben.