Die meisten Bollywoodfilme enden so: Ein verliebtes Hochzeitspaar sieht sich in die Augen und schwört sich bei der opulenten Zeremonie ewige Liebe. Die Braut ist in einen Sari gehüllt, sie trägt zahlreiche Armbänder und Fußkettchen. Ihre Hände mit verschlungenen Mustern bemalt. Dieser Szene vorangegangen sind Stunden intensiver Vorbereitung. Auch im echten Leben dauert die Bemalung für ein Henna Tattoo bis zu acht Stunden.
Vorbereitungen
Bereits zwei Tage vor der Hochzeit kommen die Frauen zusammen, um die Braut zu bemalen. Singend und lachend werden die Hände, Füße, Unterarme und Waden mit Symbolen, floralen Mustern oder gegenständlichen Objekten bemalt. Dabei erfolgt die Wahl der Motive nicht zufällig. Die Symbole verdeutlichen Fruchtbarkeit, Harmonie und dienen dem Schutz der Eheleute.
Je dunkler die Farbe ist, desto tiefer wird die Liebe des Ehepaars sein. Nach der Hochzeit ist die Braut von der Hausarbeit befreit. Eben so lange, bis die Farbe wieder verschwunden ist. Doch nicht nur zu Hochzeiten werden traditionelle Mehndis, so werden die rituellen Körperverzierungen genannt, aufgemalt. Auch zu anderen religiösen Zeremonien oder dem indischen Neujahrfest Diwali ist es Brauch, sich mit Henna zu bemalen. Das Verzieren von Körperteilen mit Hennapaste ist auch in anderen hinduistischen Kulturen seit etwa 5.000 Jahren bekannt.
Prominente Hennaliebhaber
Die amerikanische Sängerin Madonna hat Mehndi noch vor Bollywood ins öffentliche Bewusstsein gebracht. Vor kurzem heiratete Liz Hurley in einer indischen Zeremonie. Und auch sie trug die traditionell bemalten Hände. Ist Henna also nur etwas für Hollywoodstars? Nein, denn Henna ist die tolle Alternative zu Tätowierungen. Darüber hinaus bietet es eine Möglichkeit, sich schonend die Haare zu färben.
Herstellung
Henna wird aus dem ägyptischen Färberstrauch gewonnen. Er wächst an heißen trockenen Orten, beispielsweise dem Sudan. Um eine färbende Lösung herzustellen, werden zuerst die Blätter geerntet, getrocknet und dann zu einem feinen Pulver zermahlen. Mit verschiedenen Ölen wird es dann zu einer Paste angerührt. Die natürlichen Farben reichen von einem hellen Orange bis hin zu einem dunklen Rot. Vorsicht ist bei schwarzem Henna geboten. Die Industrie fügt einen bestimmten Stoff hinzu, der allergieauslösend sein kann. Ein Blick auf die Packung sollte kein Para-Phenylendiamin (PPD) enthüllen. Auch vor im Urlaub angebotenen Hennabemalungen ist zu warnen.
Henna Tattoo vs. normales Tattoo
Der unschlagbare Vorteil eines Henna Tattoos gegenüber dem normalen Tattoo ist natürlich, dass die Hennamotive nach spätestens sechs Wochen wieder verschwunden sind. Der Grund hierfür liegt in der Anwendung. Nachdem die Paste aufgetragen wurde, sollte sie möglichst über Nacht einwirken. Am nächsten Tag werden überschüssige Reste mit einem Dampfbad schonend entfernt. Henna färbt nur die oberste Hautschicht und nach spätestens sechs Wochen ist das Motiv verschwunden. Nun kann man sich für ein neues Motiv entscheiden oder die Haut einfach weiß lassen.