Hepatitis C ist eine Krankheit, die von vielen Betroffenen im akuten Verlauf gar nicht bewusst registriert oder auch fehlinterpretiert wird und sich somit unbemerkt in eine chronische Erkrankung verwandelt. Denn die Symptome der akuten Hepatitis C lassen sich auch vielen anderen Krankheiten oder einem starken Erschöpfungszustand zuordnen. Daher wird die Erkrankung oftmals erst sehr spät festgestellt.
Müdigkeit und Oberbauchschmerzen können Hinweis auf Infektion sein
Eine Gelbfärbung der Haut, verbunden mit grippeähnlichen Symptomen und einem intensiven Krankheitsgefühl, wie sie anderen Hepatitis-Verläufen eigen ist, bleibt bei Hepatitis C meistens aus. Stattdessen fühlen sich die Infizierten schlapp und müde, leiden unter leichten bis mittelschweren Muskel- und Gelenkschmerzen oder stellen eine erhöhte Temperatur fest. Manche Erkrankten entwickeln zudem Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel, verspüren Übelkeit und klagen über Druckschmerzen im rechten Oberbauch. Nur bei circa 30 Prozent der Infizierten verfärben sich Haut, Schleimhäute und Augen gelblich. Die akute Phase der Hepatitis C dauert nicht länger als acht Wochen an, kann aber auch schon nach 14 Tagen wieder abklingen.
Chronischer Verlauf kann zu Leberzirrhose führen
Wird die Hepatitis C in ihrem akuten Verlauf nicht erkannt und in Folge dessen nicht behandelt, beginnt bei 50 bis 85 Prozent der Infizierten der chronische Krankheitsverlauf. Seine Symptomatik ist ebenfalls nur schwach ausgeprägt. Die Betroffenen sind müde und nur noch begrenzt leistungsfähig, werden von diffusen Oberbauchbeschwerden und in einigen Fällen von juckenden Hautausschlägen heimgesucht. Wenn diese chronische Form der Hepatitis C nicht diagnostiziert wird oder der Patient aus Angst vor Nebenwirkungen eine Behandlung mit Interferon und Ribavirin ablehnt, kann es nach durchschnittlich 20 Jahren zu der Bildung einer Schrumpfleber – man spricht dabei von einer Leberzirrhose – und nachfolgend sogar zu Leberkrebs kommen.
Leberkrebs als schlimmste Konsequenz von Hepatitis C
Leidet der Patient unter einer beginnenden Leberzirrhose, verliert er zunehmend Gewicht, wird von Übelkeit gequält und ist nur noch vermindert leistungsfähig. Im Spätstadium der Leberzirrhose kommt es zu Wasseransammlungen in Beinen und Bauch; die Milz vergrößert sich, der Hormonhaushalt gerät durcheinander, in der Speiseröhre können sich gefährliche Krampfadern bilden und an der Leber wachsen im schlimmsten Falle bösartige Karzinome. Wird der Leberkrebs frühzeitig festgestellt, bestehen bei einer zügigen Operation die besten Heilungschancen. Je weiter jedoch der Krebs fortgeschritten ist, desto schwieriger wird die Behandlung und eine Transplantation ist mitunter unausweichlich. Deshalb sollten sich Menschen, die unter den typischen Symptomen der Hepatitis C leiden, sicherheitshalber auf das Hepatitis C-Virus testen lassen und im Falle einer Infektion eine baldige Behandlung anstreben.