Die Möglichkeiten einer Hepatitis C Übertragung werden derzeit noch erforscht. Als gesichert gilt aber, dass die Krankheit in den meisten Fällen durch infiziertes Blut übertragen wird, obwohl das auslösende Virus auch in anderen Körpersekreten nachgewiesen werden kann. Dennoch gibt es eine nicht zu unterschätzende Dunkelziffer: Circa 40 Prozent der Übertragungswege können von den Medizinern nicht eindeutig nachvollzogen werden.
Sie sprechen bei diesen Ansteckungsfällen von der „sporadischen Transmission“.
Häufig wechselnde Sexualpartner stellen Risiko dar
Bestimmte Personengruppen sind besonders gefährdet, sich mit Hepatitis C zu infizieren. Dazu gehören in erster Line Menschen mit häufig wechselnden Sexualkontakten. Studien in den USA sprechen von einer Ansteckungsgefahr durch Geschlechtsverkehr mit Infizierten von unter einem Prozent; deutsche Mediziner gehen jedoch von einem Risiko von 5 bis 30 Prozent aus. Eindeutige Berechnungen fallen schwer, da sich die Gefahr der Ansteckung mit der steigenden Anzahl der Viren im Blut und Körpersekret prozentual zu erhöhen scheint.
In Tattoo- und Piercing-Studios auf Hygiene achten
Auch Drogenkonsumenten, die verunreinigte Spritzen benutzen, gelten als besonders gefährdet. Generell kann aber jeder direkte Kontakt mit infiziertem Blut eine Infektion auslösen, sofern die Viren durch die Haut oder eine Verletzung in den Körper eindringen. Deshalb ist eine sorgfältige Hygiene in Tattoo- und Piercingstudios ebenso wichtig wie Vorsichtsmaßnahmen beim Zusammenleben mit Hepatitis-C-Infizierten. Rasierklingen, Nagelklipper, Nagelscheren, Mundduschen und Zahnbürsten dürfen niemals gemeinsam benutzt werden. Frauen sollten bei der Monatshygiene auf größtmögliche Sauberkeit achten.
Hepatitis C Übertragung auf das Ungeborene
Empfänger von Bluttransfusionen, Dialyse-Patienten und Hämophilie-Erkrankte („Bluter“) zählen ebenfalls zu den Risikogruppen von Hepatitis C. Frauen, die zu diesen Risikogruppen gehören, sollten sich bei bestehender Schwangerschaft dringend auf Hepatitis C untersuchen lassen, da die Gefahr besteht, dass die Krankheit auf das ungeborene Kind übertragen wird. Bluttransfusionen werden heute in der Regel auf Hepatitis C-Viren untersucht. Da die Krankheit oft jahrelang unbemerkt bleibt, tauchen jedoch immer wieder Fälle von Infektionen mit Hepatitis C auf, die vermutlich durch Transfusionen ausgelöst wurden. Auch Hämophilie-Erkrankte sind auf Medikamente angewiesen, die aus Blutplasma gewonnen werden. Erst in den 80er Jahren wurde eine sehr sichere Methode entwickelt, mittels der die Hepatitis-Viren im Plasma erkannt und eliminiert werden konnten. Deshalb gibt es unter den Hepatitis-C-Infizierten auch zahlreiche Bluter. Überdies setzt sich Krankenhauspersonal wie Ärzte, Pfleger und Schwestern durch den häufigen, direkten Kontakt mit Blut und Körpersekreten einem höheren Risiko, an Hepatitis C zu erkranken, aus.