Jeder Mann sollte zumindest einen Herren Anzug im Schrank haben. Aber Anzug ist nicht gleich Anzug – für den Job sollte er möglichst anders geschnitten sein als für festliche Anlässe. Denn in Fachkreisen gelten beispielsweise manche Einreiher schon als ein wenig leger.
Zeitloser Schnitt
Wer denkt, mit einem Herren Anzug könne man prinzipiell nie etwas falsch machen, irrt. Auch der Anzug unterliegt der Mode: Eine Zeit lang musste er möglichst oversized sein, dann wieder sehr eng und tailliert. Auch der Kragen verändert sich immer wieder über die Jahre: Mal ist er extragroß, mal sehr schmal.
Wer sich ersteinmal nur einen einzigen Anzug zulegen will, sollte möglichst einen zeitlosen Schnitt wählen – so hat man garantiert lange Freude an ihm und weiß, dass er nicht aus der Mode kommen wird. Außerdem kann man ihn so eben doch zu allen Gelegenheiten tragen. Ist der Anzug zeitlos geschniten, ist das Jackett lang und schmal, die Schultern sind nur leicht gepolstert. Die Anzughose ist eher weit geschnitten, an jeder Seite finden sich zwei Bundfalten, auch die Bügelfalten und Aufschläge sollten nicht fehlen. Das Revers ist in etwa acht Zentimeter breit.
Auf die Knöpfe kommt es an
Beim Anzug unterscheidet man außerdem zwischen Einreihern und Zweireihern. Den Einreiher sieht man typischerweise im Büro. Man findet ihn in verschiedenen Varianten – manchmal hat er nur einen Knopf, er kann aber bis zu zehn Knöpfe haben. Bei einem sehr wichtigen und formellen Termin sollte man am besten auf einen Anzug mit mindestens drei Knöpfen zurückgreifen. Als Faustregel gilt: Je mehr Knöpfe, desto seriöser. Schließen sie nie alle Knöpfe, zumindest einen sollten sie offen lassen. Ansonsten sieht man schnell dicker aus als man wirklich ist.
Der Zweireiher kaschiert durch die zweite Knopfleiste optimal einen kleinen Bauchansatz. Er ist förmlicher als der häufiger anzufindende Einreiher. Trägt man den Zweireiher, sollte man immer alle Knöpfe schließen, ansonsten sieht es durch die sich überschneidenden Revers schnell etwas schlampig aus. Auf Westen verzichtet man beim Zweireiher besser komplett, sie passen nur zu Einreihern.
Lässig oder förmlich – es liegt bei Ihnen
Ein Herren Anzug verlangt nicht zwingend nach einer Krawatte. Im Gegenteil. Lassen Sie die Krawatte weg, sehen Sie zwar leger aus, sind aber immer noch gut angezogen.
Anzüge in dunklen Farben stehen den meisten Männern. Statt aber immer auf Unifarben zurückzugreifen, kann man auch mal auf Nadelstreifen oder Fischgrätmuster ausweichen. Beim Stoff gilt: Je feiner er ist, desto formeller ist meist der Anlass. Flanell macht sich also im Büro gut, Tweed oder Leinen ist eher etwas für die Freizeit.