Hexenschuss - Rückenschmerz aus heiterem Himmel

Ein Hexenschuss kommt meist unvermittelt aus heiterem Himmel. Eine falsche Bewegung oder ein heftiger Sturz, und schon ist er da, der Schmerz.


Er kommt ohne Vorwarnung, unmittelbar und ohne jeden Skrupel – der Hexenschuss. Meist wird er durch eine ungeschickte Bewegung ausgelöst. Ein Hexenschuss ist sehr schmerzhaft, doch das Leid ist auch nicht von langer Dauer. Kurzfristig verspürt der Patient Schmerzen im Kreuz und in einigen Fällen kommt es zur Schmerzausstrahlung in einem Bein. Der Arzt betitelt dieses Krankheitsbild in der Fachsprache als „Lumbago“ oder auch „akute Lumbalgie“.

Ursachen
Zu einem Hexenschuss kommt es häufig durch eine abrupte Drehbewegung der Wirbelsäule. Auch ein Sturz, das Heben eines schweren Objektes, schnelles Aufstehen oder Bücken kann die Ursache für einen Hexenschuss sein. Durch Kälte im Bereich der Lendenwirbelsäule werden die Bedingungen für einen Hexenschuss begünstigt. Menschen, dessen Muskulatur im Rückenbereich nicht gestärkt ist, sind besonders gefährdet. Auch durch Übergewicht oder eine schlechte Haltung steigt das Risiko, einen Hexenschuss zu erleiden. Ein belasteter Stützapparat durch beispielsweise unterschiedlich lange Beine kann ausschlaggebend sein. Experten weisen auch darauf hin, dass eine „verkrampfte“ Seele für das Krankheitsbild verantwortlich sein kann. Nicht selten sind auch schwerwiegende Gesundheitsschäden die Ursache wie etwa Bandscheibenschäden, Bandscheibenvorfall oder Tumore im Wirbelkanal, der Wirbel, des Bauchraums und des kleinen Beckens.

Erste Hilfe beim Hexenschuss
Wird man unmittelbar von einem Hexenschuss überrascht, gibt es einige Sofortmaßnahmen, die der Patient selber treffen kann. Zuerst sollten sich Betroffene in Rückenlage positionieren und die Knie rechtwinklig beugen. Oftmals kann Wärme oder Kälte helfen. Beim ersten Hexenschuss muss ausprobiert werden, worauf der Körper am besten reagiert. Auch rezeptfreie Schmerzmittel können die Situation für den Patienten angenehmer machen. Wer lieber pflanzliche Hilfe bevorzugt, kann Wirkstoffe wie Teufelskralle, Weidenrindenextrakt, Cayenne-Pfeffer-Tinktur oder -salbe zur Schmerzlinderung anwenden. Ist die Schmerzattacke vorüber und die Beweglichkeit zurückerlangt, wirkt ein heißes Bad entspannend. Fachleute raten heute davon ab, sich tagelang im Bett zu erholen.

Therapie
Zwar hat der Patient die Möglichkeit, den anfänglichen Schmerz selbst zu behandeln, jedoch ist es sinnvoll den Arzt aufzusuchen, wenn der Schmerz nach drei Tagen nicht behoben ist. Der Wechsel zwischen Verspannung und Schmerz ist sonst im Schmerzgedächtnis abgespeichert. Dadurch steigt die Gefahr, dass es öfter zu einem Hexenschuss kommt. Da die Möglichkeit besteht, dass ein Bandscheibenvorfall der Auslöser für den Hexenschuss sein kann, muss nach zweiwöchigem anhaltenden Schmerz eine Röntgenuntersuchung oder Computertomografie durchgeführt werden. Ist die Ursache des Hexenschusses geklärt, kann der Arzt konkret behandeln. Zum Beispiel können blockierte Wirbel oder das Kreuz-Darmbein-Gelenk eingerenkt werden, bei einem Gelenkverschleiß wird ein Schmerzmittel gespritzt. Ein Rückfall kann verhindert werden, indem die Muskulatur aktiv gestärkt wird. Durch Krankengymnastik und Physiotherapie kann dieses Ziel in Angriff genommen werden.