Hilfe für Angehörige

Bei Essstörungen muss nicht nur den Betroffenen selbst geholfen werden. Auch Hilfe für Angehörige ist wichtig, damit sie richtiges Verhalten lernen


Neben den Betroffenen einer Essstörungen sind es vorallem auch die Familie und Freunde, die von den Ausmaßen einer solchen Erkrankung betroffen sind. Hilfe für Angehörige ist daher enorm wichtig, da ihnen dort erklärt und beigebracht wird, wie sie sich einem Essgetrörten gegenüber richtig verhalten können.

Erste Schritte
Bei einem Verdacht sollten Sie den Betroffenen vorsichtig auf die Krankheit ansprechen. An einem ruhigen und ungestörten Ort können Sie die betreffende Person langsam mit Ihren Vermutungen konfrontieren. Ein Patentrezept gibt es dafür nicht. Es kommt immer auf die Persönlichkeit des Betroffenen an. Auf jeden Fall sollten Sie darauf achten, die Person nicht zu verschrecken. Auch wenn viele der Erkrankten nicht eingestehen wollen, dass sie an einer Essstörung leiden, sind die meisten froh, wenn sie Hilfe und Beachtung erfahren. Sie müssen versuchen den Erkrankten klar zu machen, dass ihr Verhalten Ihnen Sorgen bereitet und Sie dazu bewegen, eine Therapie anzufangen. Auch eine Suche nach den wahren Ursachen, die meist im nahen Verwandten- und Bekanntenkreis zu finden sind, kann hilfreich sein. Hierbei sollten Sie aber grundsätzlich sehr vorsichtig vorgehen, ohne den Betroffenen in die Enge zu treiben. Ein persönliches Gespräch ersetzt keine Psychotherapie bei einem professionellen Therapeuten.

 

Betroffene nicht bedrängen
Es nützt nichts, wenn zum Beispiel Magersüchtige zum Essen gezwungen oder auf andere Art bedrängt werden. Dieses eigenmächtige Verhalten kann die Krankheit sogar noch verschlimmern. Denn Magersucht hat meistens nicht mit dem Essen an sich zu tun, sondern hat andere psychische Ursachen. Die Erkrankten stehen oft unter einer enormen Anspannung, sodass noch mehr Druck von außen die Symptome noch verschlimmert. Bulimiekranken kann man nicht verbieten, sich zu erbrechen. Das Übergeben ist eine Sucht, die man nicht von heute auf morgen besiegen kann, auch wenn der Wille vorhanden ist. Führen Sie dem Betroffenen vor Augen, dass er mit seinen Problemen nicht allein ist. Versuchen Sie, gemeinsam einen Hilfeplan zu erstellen. Dabei ist es wichtig, dem Essgestörten seine Freiheit zu lassen beziehungsweise ihnen Selbstverantwortung zu übertragen. Die meisten Erkrankten sind sich durchaus bewusst, in welcher Lage sie sich befinden und was zu tun wäre, um die Krankheit zu überwinden. Sie wissen oft besser als jeder Andere, auf welchem Wege eine Genesung für sie möglich ist. Essstörungen sind häufig ein Ausdruck für mangelndes Selbstbewusstsein und geringe Entfaltungsmöglichkeiten innerhalb ihres Umfeldes. Man muss dem Erkrankten Raum geben, um sich selbst zu finden und eine eigene Persönlichkeit aufzubauen. Je mehr Verantwortung sie bei der Planung und Therapie der Krankheit bekommen, desto aussichtsreicher ist eine vollständige Überwindung der Essstörung. Angehörige können und sollen den Betroffenen zur Seite stehen. Sie müssen allerdings einsehen, dass der Wille von dem Erkrankten selbst kommen muss. Heilen können Angehörige oder Freunde die Krankheit nicht.

 

Es gibt Internetforen und Vereine die Hilfe für Angehörige anbieten und an die sich Betroffene jederzeit wenden können.