Das Thema Pornografie wird fortwährend sehr kontrovers in der Bevölkerung diskutiert. Vor allem unter Frauen treffen häufig zwei sehr gegenseitige Meinungen aufeinander: Die einen lehnen Pornos ab, da sie darin ein Mittel sehen, mit dem Frauen degradiert und entwürdigt werden. Andere wiederum stehen dem Thema sehr offen gegenüber und nutzen Pornos, um die eigene Sexualität zu beflügeln. Viele Frauen können es nicht nachvollziehen, warum der Partner in einer intakten Beziehung das Verlangen hat, Pornos zu schauen. Der Partner schaut Pornos und wird irgendwann auf frischer Tat ertappt - zumeist sind im ersten Moment Enttäuschung und Eifersucht die vorherrschenden Gefühle.
Der Partner schaut Pornos...
Frauen, die ihren Partner erwischen, sind zunächst oftmals erstaunt, da sie es ihrem eigenen Mann nicht zugetraut hätten. Dazu kommt eine große Verunsicherung, ob man den Ansprüchen des Partners möglicherweise nicht mehr gerecht werden kann. Dabei muss die Tatsache, dass der Partner offenbar Pornos schaut, sich nicht zwingend auf Unzufriedenheit mit der Sexualität in der Beziehung begründen. Laut Umfragen nutzen viele Männer diese Möglichkeit, um sowohl psychischen als auch physischen Druck abzubauen. Natürlich spielt es auch eine Rolle, dass viele unterdrückte sexuelle Fantasien haben, die sie in der Realität nicht ausüben können oder es sich nicht trauen. Wenn sich darüber hinaus die Sexualität in der Beziehung und das Verhältnis zueinander nicht zum Negativen hin verändert hat, gibt es auch keinen Anlass nach möglichen Gründen für den Porno-Konsum zu suchen.
Über die Gefühle sprechen
Wenn Sie sich in solch einer Situation wiederfinden, sollte Sie von Anfang an für klare Verhältnisse sorgen und ihren Partner darauf ansprechen. Behandeln Sie ihn aber nicht wie einen Perversen, sondern machen Sie ihm klar, wie Sie sich dabei fühlen und aus welchen Gründen Sie es ablehnen. Sie sollten keine Verbote aussprechen oder Streitigkeiten anfangen, sondern einfach auf sein Verständnis für ihre Gefühle appellieren. Es hat allerdings jeder das Recht, seine Sexualität auch alleine und nach eigenen Vorlieben zu gestalten, solange kein anderer Mensch dadurch Schaden nimmt. Die Toleranzgrenze sollte erst überschritten sein, wenn sich der Pornokonsum deutlich negativ auf die Beziehung auswirkt, beispielsweise wenn es sich zu einer Sucht ausweitet oder der Respekt vor der Partnerin darunter leidet. Ist dies aber nicht der Fall, denken Sie noch einmal genau über die Situation nach: Ihr Partner schaut Pornos; ist das denn wirklich so verwerflich und könnte es nicht auch Ihnen vielleicht Spaß machen, den ein oder anderen Porno mal mit zu schauen...?