Hintergrundwissen: Die Welt der Farben - 1. Teil Lacke

Um Möbeln eine edle Oberfläche zu verleihen, kann man sie mit Lacken und Farben behandeln. Man unterscheidet je nach Funktion und Optik verschiedene Produkte.


Wenn man seine Wohnung renoviert, werden viele Heimwerkerarbeiten meist selbst übernommen, wie zum Beispiel Tapezieren, Teppich verlegen oder Wände verspachteln. Zu den beliebtesten Do-it-yourself-Aufgaben gehört aber die Anwendung von Farben jeglicher Form. Streichen ist leicht und viel falsch machen kann man dabei auch nicht. Doch einige Informationen sind dennoch wichtig, um erfolgreich zu streichen!

Verschiedene Farben
Damit Sie im Farbregal auch zum richtigen Produkt greifen, ist es unerlässlich zu wissen, welche Anforderungen Sie an Ihren Anstrich haben. Denn es gibt sowohl optische aber auch eine große Bandbreite funktioneller Unterschiede. Grundsätzlich unterscheidet man Farben danach, ob sie wasserlöslich, wasserverdünnbar oder lösemittelhaltig sind. Des Weiteren benennen sie die Hersteller nach dem späteren Aussehen (Klarlack), dem besonderen Zweck (Bootslack) oder anderen Farbeigenschaften. Farben, Lasuren und andere Anstriche haben eines gemeinsam: ihre Zusammensetzung. Sie bestehen aus vier Komponenten – Bindemittel, Lösemittel, Pigmenten und Zusatzstoffen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen von der Regel. So kommen beispielsweise Klarlacke - verständlicherweise - ohne Pigmente aus.

Von Matt bis glänzend: Lacke
„Lacke“ ist eine Sammelbezeichnung für Anstrichstoffe, deren Verwendung Oberflächen mit bestimmten Eigenschaften ergeben. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo Möbel oder andere Haushaltsgegenstände vor der Witterung und anderen äußeren Einflüssen geschützt werden sollen. Ob matt oder glänzend – die entstehenden Oberflächen sind immer hochwertig.
Lacke bestehen im Wesentlichen aus Bindemitteln, sie werden unterteilt in Natur- und Kunstharzlacke.

Acryllacke
Diese Anstrichmittel werden auch als Wasserlack bezeichnet, weil sie wasserlöslich sind. Daher sind die eine gute Wahl für all diejenigen, die umweltbewusst renovieren wollen. Darüber hinaus sind sie keine große Geruchsbelästigung, da sie viel weniger Lösungsmittel als andere Farben oder Lacke enthalten, maximal 10 Prozent. Das Umweltbundesamt zeichnet wasserverdünnbare Lacke aufgrund der vielen Umweltaspekte mit dem „Bauen Engel aus“.
Weitere Vorteile eines Acryllacks:

  • Für innen und außen geeignet
  • Extrem lichtecht
  • Verfärben sich nicht 
  • Gute Elastizität
  • Platzen nicht ab
  • Trocknen schnell

Da die Oberflächenhärte und der Farbverlauf schlechter als bei Kunstharzlacken ist, sind meist mehrere Anstriche nötig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erhalten.

Kunstharzlacke
Kunstharzlacke (Alkydharzlack) werden auch als Buntlacke bezeichnet. Sie trocknen langsamer als Acryllacke, besitzen dafür aber eine höhere Deckkraft. Darüber hinaus sind sie stoß-, schlag- und scheuerfest.
Da sie hohe Mengen Lösemittel enthalten, riechen sie sehr stark. Zudem verblassen die Farben bereits nach wenigen Jahren. Viele Kunstharzlacke werden bald vom Markt verschwinden, da nach der EU Deco Paint-Richtlinie ab dem 1.1.2007 nur noch weniger als 40 Prozent Lösemittel in Farben enthalten sein dürfen. Ab dem Stichtag 1.1.2010 gilt eine Konzentration von weniger als 35 Prozent.

Lacke richtig anwenden
Bevor Sie Lacke anwenden, sollten die Möbel richtig vorbehandelt werden. Entfernen Sie alte Anstriche und beseitigen Sie Schimmel. Auch Verunreinigungen wie Staub und Schmutz müssen weg. Bevor der Lack aufgetragen werden kann, sollte eine Grundierung erfolgen. Beim Lackauftrag sollten Sie zunächst längs, danach ohne erneute Farbaufnahme quer und schließlich nochmal längs streichen. Wenn Farbnasen entstehen, diese noch in nassem Zustand verstreichen.