Hintergrundwissen: Die Welt der Farben - 3. Teil Brandschutzfarbe

Brandschutzfarbe hilft im Ernstfall die Entflammbarkeit von Baumaterial zu verlangsamen. Sie wird jedoch meist nur im gewerblichen Bereich angewendet.


Manche Anstriche sollen nichts verschönern, sondern nur sicherer machen. So auch die Brandschutzfarbe. Ihr sind spezielle Flammschutzmittel zugesetzt. Kommt es zu einem Brand, ist das Material dann deutlich schwerer entflammbar.

Meist nicht im privaten Bereich
Brandschutzfarben werden meist nicht im privaten Bereich sondern eher im gewerblichen Bereich verwendet. Denn tragende Bauteile, Revisions- und Kabelschächte und Feuertreppen müssen sowohl im gewerblichen wie auch im öffentlichen Bereich brandgeschützt sein, Das heißt in Schulen, Kindergärten, Restaurants, Einkaufszentren sowie in allen anderen öffentlichen Einrichtungen sind die Gebäude durch diese spezielle Farbe geschützt. Das ist gesetzlich geregelt.
Im privaten Bereich werden sie eher nicht verwendet, da über die behandelten Oberflächen jahrelang Schadstoffe an die Luft abgegeben werden. Das kann Gesundheitsschäden wie beispielsweise Allergien und im schlimmsten Fall sogar Krebs auslösen.

Schadstoffe in der Brandschutzfarbe
Häufig verwendete Flammschutzmittel sind organische Phosphor-Verbindungen aber auch halogenierte organische Phosphor-Verbindungen, zum Beispiel TCEP (also Tris-Chloroethylphosphat). TCEP ist seit 1998 offiziell als krebserregend eingestuft worden, es wird nicht nur als Flammschutzmittel eingesetzt, sondern in vielen anderen Produkten auch als Weichmacher. So ist es in verschiedenen Kunststoffen, Teppichen, Lacken, Tapeten aber auch Spachtelmassen enthalten. Andere Phosphorverbindungen, die für Brandschutzfarben verwendet werden, sind noch nicht ausreichend erforscht. Ob sie gesundheitsschädlich sind, lässt sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen.

So funktionierts
Kommt es zum Ernstfall und im Haus bricht Feuer aus, schäumt sich die Brandschutzfarbe auf und wird dadurch porös und isolierend. Brennbar ist das Material durch den Anstrich mit der Farbe allerdings immer noch. Die Brandschutzfarbe bewirkt aber, dass aus einem normal entflammbaren Material ein schwer entflammbares Material wird. Die Brandschutzfarben weisen verschiedene Klassifizierungen auf, die ihre Entflammbarkeit bestimmen.

Wenn, dann nur vom Fachmann
Wer sich trotz möglicher Gesundheitsrisiken für einen Anstrich mit Brandschutzfarben entschieden hat, sollte auf jeden Fall ein Unternehmen dafür engagieren, statt selbst zum Pinsel zu greifen. Die Dämpfe der Farben sind sehr giftig, Laien sollten deshalb besser Abstand halten und einen Profi die Arbeit ausführen lassen. Generell ist eine spezielle Brandschutzfarbe für ein Privathaus allerdings nicht notwendig.