Hintergrundwissen: Die Welt der Farben - 4. Teil Lasur

Eine Lasur wird meist für Holz oder Beton verwendet. Sie ist nicht deckend, der Untergrund bleibt noch sichtbar.


Hinter dem Oberbegriff Lasuren sammeln sich verschiedene Farben und Lacke, in denen nur wenige Pigmente stecken. Beim Anstreichen mit einer Lasur wird also quasi keine neue Farbe erreicht, sondern nur eine Tönung des Materials. Die Oberflächenstruktur des Untergrundes bleibt sichtbar.

Nur wenig Bindemittel
In Lasuren steckt immer nur ein sehr geringer Anteil an Bindemitteln. Dadurch entsteht nur eine sehr dünne Schicht auf dem Holz, die nur wenig Schutz bietet, das Holz bleibt offenporig.
Prinzipiell kann man alle Flächen lasieren, meist geschieht das aber auf Beton und Holz.

Dünnschicht- oder Dickschichtlasur?
Bei einer Holzschutzlasur unterschiedet man zwischen einer Dünnschicht- und Dickschichtlasur.
Die Dünnschichtlasur schützt das Holz von innen. Es wird oft für Zäune aber auch für Holzhäuser gebraucht. Für den Innenbereich ist es eher nicht sinnvoll, da der Lösemittelgehalt die Innenluft zu sehr belasten würde. Gleichzeitig wäre auch der Geruch für den Innenraum extrem unangenehm. Die Dünnschichtlasur ist außerdem schwer zu verarbeiten. Die Dünnschichtlasur gibt es nur mit Lösemitteln.

Dickschichtlasur für drinnen
Die Dickschichtlasur sieht aus wie ein Lack und hat auch in etwa die gleichen Eigenschaften. Sie schützt die Oberfläche des Holzes durch eine durchgehende Schicht. Die Dickschichtlasur kann auch draußen eingesetzt werden, man findet sie aber deutlich öfter im Innenbereich. Wenn sie verwittert, blättert die Lasur ab und verbleicht. Dadurch ist ein erneuter Anstrich sehr aufwändig. Die vorherigen Anstriche müssen nämlich vorher entfernt werden. Die Dickschichtlasur wird oft für Türen, Fenster, Vertäfelungen oder auch Möbel verwendet. Es gibt sie sowohl lösemittelhaltig aber auch wasserbasiert. Die beiden Varianten müssen jeweils anders verarbeitet werden.
Mittlerweile gibt es bereits eine Mischform aus Dünnschicht- und Dickschichtlasur. Diese ist leicht zu verarbeiten, imprägniert und färbt gleichzeitig.

Ökologische Lasur wählen?
Neben den künstlichen Lasuren gibt es auch die ökologische Version. Als Bindemittel wird dann Leinöl verwendet, auch die Farbpigmente sind natürlich. Die Oberflächen der behandelten Flächen bleiben offenporig, so kann sich das Raumklima gut regulieren. Gleichzeitig ist die Farbauswahl geringer als bei künstlichen Lasuren. Der große Vorteil ist allerdings, dass man sich sicher sein kann, dass man sich keine Schadstoffe in sein Haus holt.