Hintergrundwissen: Die Welt der Farben - 5. Teil Leimfarbe

Die Leimfarbe ist durch die schnelle Verbreitung der Dispersionsfarben fast vom Markt verdrängt worden - vollkommen zu Unrecht. Sie ist umweltfreundlich und sehr gut für das Raumklima.


Leimfarben sind anders als viele andere Farben nicht umweltschädlich und positiv für das Raumklima, deswegen erleben sie momentan gerade ein kleines Comeback. Bereits in der Antike haben zum Beispiel die alten Ägypter Leimfarbe verwendet.

Leimfarben sind wasserlöslich
In Leimfarben finden sich nur wasserlösliche Klebstoffe, meist Zelluloseleim, daher stammt auch der Name. Auch beim Trocknen der Farbe verliert sie ihre Wasserlöslichkeit nicht, deswegen bleibt eine mit Leimfarben gestrichene Fläche feuchtigkeitsempfindlich. Ist doch mal ein Malheur passiert, ist die Wand aber trotzdem abwischbar.
Neben natürlichem Leim gibt es auch Farben, in denen synthetischer Leim steckt. Die natürliche Variante ist immer zu bevorzugen.

Welche Variante verwenden?
Leimfarben kann man entweder als Pulver (Leim und Pigmente sind getrennt), als eine Art Paste (Nassleim), bei denen die Pigmente später zugesetzt werden, oder als streichfertige Farbe bekommen. Wird die Leimfarbe selbst angesetzt, mischt man zuerst die Farbpigmente mit ein wenig Wasser. Den Leim mischt man getrennt davon mit Wasser. Nach etwa einer halben Stunde rührt man den Leim noch einmal um und gibt dann die Pigmente dazu.

Nicht für Küche und Bad
Leimfarbe ist nicht geeignet für das Bad oder die Küche. In trockenen Innenräumen kann man sie jedoch ohne Bedenken verwenden.
Besteht der Putz aus Lehm und sind Leimfarben verwendet wurden, ist das sehr positiv für das Raumklima, das sich durch die Beschaffenheit der Wandfarbe selbst regulieren kann: Wasser kann bei Bedarf aufgenommen aber auch wieder abgegeben werden, so haben Schimmelpilze es schwer.
Das einzige Problem bei Leimfarben ist, dass man sie nicht übertapezieren oder überstreichen kann. Die Leimfarbe muss vorher immer komplett entfernt werden.

Leimfarbe richtig entfernen
Wenn Sie in einen Altbau oder ein Fachwerkhaus ziehen, kann es Ihnen passieren, dass die Räume mit Leimfarbe gestrichen worden sind. Machen Sie einfach den Test: Feuchten Sie eine kleine Fläche an, saugt sich das Wasser in die Wand und der Fleck wird dunkler und die Farbe lässt sich außerdem verwischen? Dann handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Leimfarbe.
Wenn Sie diese entfernen wollen, befeuchten Sie die Wand und spachteln die Farbe so weit es geht, ab. Die Reste können Sie mit einem feuchten Schwamm entfernen. Ist die Wand getrocknet, sollte noch eine Grundierung aufgetragen werden. Nun kann die Wand nach Belieben neu getrichen oder tapeziert werden.